Das KIRCHENARCHIV der evangelischen Gemeinde Oppenheim 

 

Die gesamten Archivalien in der Stadt Oppenheim sind – bis auf anderwärts zufällig erhaltene Einzelfunde – in den Kriegswirren des 17. Jahrhunderts untergegangen, vollends bei der Stadtzerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg am 31. Mai 1689.

Dieser Zerstörung sind auch die Archive von Pfarrkirche und Stift zum Opfer gefallen. Nur Reste haben durch Zufall den Brand überstanden. Es ist nicht klar, wie und wo die Archivalien in den folgenden Jahrhunderten aufbewahrt wurden.

Als 1837 die ehemals lutherische Sebastianskirche abgerissen wurde, gerieten auch einige Schriftstücke aus deren Bestand in das Archiv der Katharinenkirche, viele Akten sind aber wohl vernichtet worden.

Etliche Archivalien gibt es weiterhin, die eigentlich zu den Beständen des Kirchenarchiv gehören müssten: so lagern auch Akten im Archiv der Stadt Oppenheim, die ihrem Ursprung nach zur Katharinenkirche gehören. Hier sind insbesondere die alten Kirchenbücher bis 1796 zu nennen. Auch der sogenannte Gatterer-Apparat im Landesarchiv Speyer bietet umfangreiches Schrifttum über Oppenheim und seine Kirchen (Vgl. den Artikel von Reifenberg in den Oppenheimer Heften 19/29, S. 129ff)..

Das Pfarrarchiv der Oppenheimer Katharinenkirche umfasst heute etwa 20 lfm. Es sind nur wenige Urkunden erhalten, von denen die älteste aus dem Jahr 1582 stammt. Außerdem gibt es ca. 25 Amtsbücher (gebundene Protokolle, Sachbücher und Reskriptenbücher). Den Schwerpunkt der Archivalien bilden Akten (überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert) und Rechnungen (hauptsächlich aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert). Die Suche erleichtert ein 1995 erstelltes Findbuch.

Außerdem befindet sich in den Archivräumen die Bibliothek des ehemaligen Katharinenmuseums, die zahlreiche Werke zur Geschichte der Kirche enthält, sowie eine Bild- und Plansammlung.

Wichtig ist, dass wie erwähnt die Kirchenbücher der Katharinenkirche und der Sebastianskirche für den Zeitraum bis 1796 nicht im Kirchenarchiv, sondern im Stadtarchiv sind (derzeit im Landesarchiv Speyer ausgelagert) Kopien hiervon befinden sich auch im Archiv des Oppenheimer Geschichtsvereins.

Die Kirchenbücher ab 1797 (Beisetzungen ab 1796, Konfirmanden ab 1798) befinden sich im Besitz der Kirchengemeinde.

Familienforscher werden gebeten, sich an das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau in Darmstadt zu wenden, da dort alle Kirchenbücher auf Mikrofilm vorhanden sind und somit problemlos und ohne die Archivalien zu beschädigen eingesehen werden können. Das Zentralarchiv verlangt von Ahnenforschern eine Gebühr von 2,50 Euro pro Stunde, eine telefonische Voranmeldung ist unbedingt erforderlich.

Zur Benutzung des Oppenheimer Archivs muss ein Termin mit der ehrenamtlichen Archivbetreuerin Dorothea Held vereinbart werden:

 

Dorothea Held

Burgstr. 4

55276 Oppenheim

06133 925401

     

 

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