St. Katharinen

Die Katharinenkirche|Bilder|Generalsanierung|Glasfenster|Grabdenkmäler|die Orgel|Kirchenarchiv|Michaelskapelle |Raum der Stille|Wasserspeier

            

Die KATHARINENKIRCHE

 

Öffnungszeiten der Katharinenkirche: täglich geöffnet: 1.11. bis Karsamstag > 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr | Ostern bis 31.10. > 8.00 bis 18.00 Uhr

Kirchenführungen

Sie interessieren sich für eine Führung durch die Katharinenkirche? Für eine Anfrage drucken Sie bitte unser Buchungsformular aus und schicken es ausgefüllt an die angegebene Adresse. Wir werden Ihre Anfrage dann schnellstmöglich bearbeiten und uns bei Ihnen melden

Sonntagsführungen in der Katharinenkirche

Ab dem 1. April 2012 bieten die Kirchenführerinnen und Kirchenführer der Katharinenkirche den Besuchern an Sonn- und Feiertagen um 15 Uhr als besonderen Service Führungen ohne vorherige Anmeldung an.

Wie schon im vergangenen Jahr wendet sich dieses Angebot an jene Besucher der Kirche, die sich spontan für eine Besichtigung entscheiden. Jeweils um 15 Uhr beginnt die Führung, die Karten zum Preis von 3 Euro (pro Person ab 14 Jahre, inklusive Turmbesteigung) sind im Katharinenlädchen erhältlich, wo sich die Teilnehmer auch treffen.

Es freuen sich auf Ihren Besuch

Die Kirchenführerinnen und Kirchenführer

 

Bestellen

> Großer Kunstführer, Preis 9,95 €, Kleiner Kunstführer, Preis 2,50 €, Meisterwerke der Glasmalerei Bd. 5, Preis 12,95 €, Kinder-Kirchenführer, Preis 2,50 €, im Pfarrbüro, Merianstraße 6, 55276 Oppenheim, Tel.: 06133 / 2381 , pfarramt@katharinen-kirche.de

 

Geheimnis der Planetenuhr (Allgemeine Zeitung, 05.05.2012)

 

Beinhäuser unter Kirchen in Oppenheim und Westhofen (Allgemeine Zeitung, 30.03.2012)

Ein Denkmal und seine Pflege:

die Katharinenkirche in Oppenheim

Die Rheinpfalz vom 08.09.07 von Dr. Dagmar Gilcher

Download der PDF-Datei - 895 KB

 

Presse:

Allgemeine Zeitung vom 24.10.2007

Versammlungsort für die Gemeinde

Vortrag über die Funktion der Oppenheimer Katharinenkirche / Erlebbare Übergänge

whr. OPPENHEIM Calvinistische Vorstellungen über die spirituelle Wirkung einer Kirche sollten am Beispiel des von 1565 bis 1822 von der reformierten, seither von der uniert-evangelischen Gemeinde genutzten Katharinenkirche vermittelt werden.

Eine Kirche sei kein Raum, in dem sich Gott aufhalte, sondern ein Versammlungsort der Gemeinde, hob der Mainzer Theologieprofessor Dr. Stephan Weyer-Menkhoff vor den Freunden und Förderern der Katharinenkirche hervor. Bedeutsam für die Funktion einer Kirche sei die Möglichkeit, Übergänge erlebbar zu machen. Durch das Portal werde außen von innen geschieden, durch den Eintritt erfolge ein Übergang, ein Wandel: Man sei jetzt Mitglied der Gemeinde und erkenne rechts und links von sich Bruder und Schwester. Die Sandsteinwände und Säulen vermittelten ein Gefühl des Schutzes, man spüre: Der Ort ist mir zugetan, bietet mir Heimat.

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Allgemeine Zeitung vom 10.09.2007 von Doris Lieven

Das kulturelle Erbe erfahrbar machen

Auftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals in der Oppenheimer Katharinenkirche
 


Im Westchor der Oppenheimer Katharinenkirche stand gestern nach einem Gottesdienst die Bedeutung des landesweiten Tages des Denkmals im Mittelpunkt.
Die Katharinenkirche gilt als eines der besten Beispiele für gelungene Anstrengungen zum Erhalt kulturellen Erbes.
Foto: hbz/Melanie Bauer
 

OPPENHEIM Im Anschluss an einen beeindruckenden Gottesdienst wurde die Auftaktveranstaltung zum landesweiten Tag des offenen Denkmals im Westchor der Katharinenkirche gefeiert.  

Eingeführt im Jahr 1993, stand der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr unter dem Motto "Orte der Einkehr und des Gebets: historische Sakralbauten". Und so schlug der Propst von Rheinhessen, Dr. Klaus-Volker Schütz, in seiner Predigt den Bogen zum Tag des offenen Denkmals und sprach von der Kirche als "der Heimat der Seele".

Vor prominenten Gästen wie Kulturministerin Doris Ahnen, Landrat Claus Schick und dem Direktor der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Thomas Metz präsentierte Pfarrerin Manuela Rimbach-Sator in ihrer Begrüßungsrede die Katharinenkirche stolz als offenes Denkmal

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Die Katharinenkirche in Oppenheim

- Geschichte und Gestalt

von Martin Held

 

 

 PDF-Datei 224 KB

 

Text

+ ein Bild von Roman von Götz - Außenansicht -

+ ein Bild aus dem Archiv der Kirchengemeinde

-  Ausschnitt aus dem "Stadtfenster" im Westchor -

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Bilder der Kirche

 

Foto: © Lothar Krug

 

Foto: © Lothar Krug

 

Foto: © Lothar Krug

 

Silvester 2007 - Katharinenkirche in neuer Beleuchtung, Foto: © Marianne Wattenbach

 

Foto: Peter Gabel ©

 

   Foto:© Jutta Vogt

 

Foto:© Jutta Vogt

 

                            Die Katharinenkirche von Osten im Abendrot, Foto:©Werner Knopf            

 

Katharinenkirche von Norden bei Nacht,  Foto: ©Werner Knopf

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GENERALSANIERUNG

Presse:

Allgemeine Zeitung vom 11.09.2006 von Thomas Ehlke

Die Zeit der Gerüste ist vorbei

Dankgottesdienst zum Abschluss der Generalsanierung der Katharinenkirche

Die Zeit der Gerüste und des Baulärms ist vorbei. Mit einem Dankgottesdienst feierte die Evangelische Kirchengemeinde den Abschluss der zwölf Jahre währenden Generalsanierung der Katharinenkirche.

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Glasfenster

 

Gläserne Abbilder des Glaubens - Dr. Uwe Gast präsentiert Buch über die Fenster der Katharinenkirche

(Allgemeine Zeitung, 03.04.2012) 

 

Gustel-Stein-Fenster in der Katharinenkirche

 

Der  Künstler Gustel Stein (* 14. Januar 1922 in Sankt Goarshausen; † 18. Februar 2010 in Mainz) hat uns netterweise die Erlaubnis erteilt, Details aus alten Dias von seinen beiden Kirchenfenstern - dem Heilig-Geist-Fenster und dem Christusfenster - im Westchor der Katharinenkirche auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

 

Als Einführung in das Werk Gustel Steins können Sie diesen Text von Herrn Dr. Carlo Servatius lesen.

Den Dia-Vortrag hielt er am 14. Oktober 2009 im Martin-Luther-Haus auf Einladung des Fördervereins St. Katharinen Oppenheim - PDF-Datei 

Vielen Dank nochmals an dieser Stelle!

 

Viel Freude beim Betrachten dieser künstlerisch und religiös sehr wertvollen Arbeit!

 unten                                                                          unten

 






Heilig-Geist-Fenster


 


Christusfenster 

 

                                                                        

1. Wappen in Glasfenstern

Dieses Fenster mit insgesamt sechs Wappen aus der Oppenheimer Geschichte wurde am 12.6.1927 von Herrn Ludwig Freiherr Heyl zu Herrnsheim gestiftet.

 

 

Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Helmdecken blau-golden.

Wappen Landschad von Steinach: In Gold eine schwarze Harfe. Die Helmzier ist ein gekröntes Männerhaupt mit wild wucherndem Haupt- und Barthaar, auch als Davidshaupt bezeichnet, das Haar die Helmdecke ersetzend.

 

 

Wappen der Familie Köbel: In Gold ein verschlungener grüner Baumzweig, auf dem eine natürliche Eule sitzt. Helmzier die Eule. Es handelt sich um ein bürgerliches Geschlecht, das aus Altbayern stammt und im Siebmacher Bürgerliche 2 ohne Farbangaben zu finden ist.

Wappen der Herren von Cronberg (Kronenstamm): Geviert. Feld 1: In Rot (das Blau ist hier falsch!) eine goldene Krone. Feld 2 und 3 in Silber 4 (2:2) blaue (die Farben sind hier falsch!) Eisenhütlein (silbern-blauer pfahlförmig angeordneter Eisenhutfeh), Feld 4: Rot. Helmzier ein schwarzer Federbusch, auch als eine schwarze Zirbelnuß interpretiert. Helmdecken rot-silbern.

 

 

von Sturmfeder: In Blau zwei aufrecht nebeneinanderstehende und mit den Schneiden nach auswärts gewendete goldene Streitäxte mit goldenen (hier natürlichen) Stielen. Auf dem gekrönten Helm befänden sich die beiden Streitäxte wie im Schild. Helmdecken wären blau-golden. Später führten die Herren von Sturmfeder einen aus dem Stammwappen und dem der Lerch von (Erbsaß zu) Dirmstein gevierten Schild. Rheinischer Uradel, aber auch in Schwaben und Franken in der Reichsritterschaft vertreten. Stammsitz ist Oppenweiler in Württemberg.

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus dem Hause Habsburg: In Gold der schwarze, rotbewehrte und -gezungte sowie goldennimbierte doppelköpfige Reichsadler, die Brust belegt mit einem Habsburger-Wappen, gespalten aus dem roten Feld mit einem goldenen Kastell, eigentlich dreitürmig und mit blauen Fenstern und ebensolchem Tor für das Königreich Kastilien und den blau-goldenen Schrägstreifen Burgunds innerhalb einer roten Bordierung. Der bekannte Reichsherold Caspar Sturm (1475-1552) stammte aus Oppenheim. Er wurde dadurch berühmt, daß er Martin Luther 1521 zum Reichstag nach Worms und zurück schützte und begleitete.

Weitere Glasfenster geben eine Vielzahl von Familienwappen wieder:

 

 

Wappen Sittmann: Gespalten von Silber und Rot, vorne ein wilder Mann, einen goldenen Stern emporhaltend, hinten übereinander und voneinandergekehrt zwei schwarze Flügel, jeder mit einem silbernen Balken belegt, darauf ein goldener Stern. Auf dem Helm ein wilder Mann wachsend, einen goldenen Stern emporhaltend, zwischen zwei schwarzen Flügeln, jeder mit einem silbernen Balken belegt, darauf ein goldener Stern. Decken rot-silbern und rot-golden lt. Siebmacher Mecklenburg, hier wie im Siebmacher Pommern angegeben rot-silbern und schwarz-golden. Beschreibung im Siebmacher Bände Pommern und Mecklenburg. Friedrich Sittmann, kaiserlicher Rittmeister, wurde von Kaiser Leopold I 1638 geadelt.

Wappen Obenauer: Geviert, Feld 1 und 4 in Blau eine silbern gekleidete und golden gekrönte Gestalt ohne Beine und mit emporgereckten Armen, Feld 2 und 3 in golden-schwarz geteiltem Feld ein Löwe in verwechselten Farben. Zwei Helme: Helm 1 (vorne): eine silbern gekleidete und golden gekrönte Gestalt aus der Helmkrone wachsend mit emporgereckten Armen, Helm 2 (hinten): ein goldener Löwe aus der Helmkrone wachsend. Helmdecken vorne blau-silbern, hinten schwarz-golden. Ohne Literaturbeleg.

 

 

Wappen Bayer: In Blau ein goldengeschäfteter Wedel aus 6 silbernen Straußenfedern. Auf dem blau-silbern bewulsteten Helm mit blau-silbernen Decken drei Straußenfedern, eine silberne zwischen zwei blauen. Ohne Literaturbeleg. Begleitet von zwei Beiwappen.

Wappen Schnecko: In Gold drei rote Balken, darüber zwei schräggekreuzte silberne Schlüssel, die Bärte auswärts und nach oben gerichtet, die Kreuzungsstelle mit einer Scheibe mit einer silbernen Lilie belegt. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken eine silberne Lilie. Ohne Literaturbeleg.

 

 

Wappen Wernher: In Rot über grünem Dreiberg eine schräglinks gestellte silberne Wolfsangel (Doppelhaken), überdeckt von einer pfahlweise gestellten Wolfsangel gleicher Tinktur, vorne und hinten begleitet von je einem goldenen Stern über den äußeren Bögen des Dreibergs. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein goldener Stern zwischen einem rot-golden übereck geteilten Paar Büffelhörner. Dieses entspricht dem Wappen Wernher im Siebmacher Bürgerliche 10. Dort sind die beiden Doppelhaken jedoch nicht silbern, sondern golden tingiert. Die Herkunft der Familie wird mit Hornbach bei Zweibrücken angegeben, später taucht die Familie in Mainz auf, von wo sie sich nach Darmstadt, Nierstein und Oppenheim ausbreitete.

Wappen Wallot: In Blau ein goldener Sparren, oben begleitet von zwei goldenen Sternen, unten ein Bund von drei goldenen gestileten Eicheln, mit einem goldenen Band zusammengebunden. Auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit blau-goldenen Decken drei Straußenfedern, eine goldene zwischen zwei blauen. Ohne Literaturbeleg.

 

 

Wappen Heyl zu Herrnsheim: In Blau ein schräggelegter goldener Schlüssel, mit dem Bart nach oben und außen, oben links und unten rechts begleitet von zwei silbernen Lilien. Hier ist das Wappen nach innen gewendet. Auf dem gekrönten Helm mit hier abweichend golden-silbernen Decken ein wachsender, hier silberner Drache, der in seinen Vorderpranken einen goldenen Schlüssel mit dem Bart nach oben hält. Es gibt farbliche Abweichungen zu der zweiten Darstellung des Wappens in der Katharinenkirche. Ohne Literaturbeleg.

Wappen von Schmidt: In Blau eine silberne Hausmarke, bestehend aus einem Schaft mit einer vorne schaftweise nach unten abgewinkelter Kreuzkopfsprosse und hinterer Fußstrebe. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Helmdecken auf rotem Dreiberg drei fächerförmig gestellte silberne Lanzenspitzen. Hier ist - die Regel verletzend, daß man entweder einen Helm mit Helmzier oder eine Rangkrone, nie aber beides zugleich verwendet - über dem Schild eine siebenperlige goldene Freiherrenkrone dargestellt. Ohne Literaturbeleg.

 

2. Wappen in Glasfenstern

 

Wappen von Frowein: In Silber ein balkenweise gelegter roter Traubenzweig mit drei Blättern nach oben und drei Weintrauben nach unten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Löwe mit einer roten Weintraube in der rechten Pranke wachsend zwischen einem offenen silbernen Flug.

 

 

Die Familie Frowein ist ein bergisches Geschlecht, bürgerlich, meist dem Handelsstand angehörend, aus Lennep und Elberfeld. Sie führen als Helmzier nur den offenen silbernen Adlerflug, ohne den Löwen. Der Familienname leitet sich von Frowin ab, einem althochdeutschen Vornamen. Der älteste bekannte Vorfahr ist Hermann Frowin, 1470-1540 zu Lennep, Ratsverwandter und Hospitalmeister daselbst. Jaspar (Kaspar) Frowein (1575-1631) war in Elberfeld Kirchmeister, Ratsverwandter und Bürgermeister. Abraham Frowein (1766-1829) wurde 1806 dort Bürgermeister. August Frowein, Beigeordneter der Stadt Elberfeld, wurde in den Adelsstand erhoben (Potsdam 17.6.1910 und Berlin 3.9.1913), anläßlich dieser Erhebung kam der rote Löwe mit der Weintraube in seiner rechten Pranke zusätzlich in die Helmzier.

Wappen Furmans: In Silber auf grünem Boden ein roter Zinnenturm mit Toröffnung und drei (1:2) Fensteröffnungen. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Decken eine natürliche Eule sitzend zwischen einer rechten silbernen und einer linken roten Straußenfeder. Die Familie könnte mit der bergischen Familie Fuhrmann aus Hermannsmühle bei Lennep identisch sein, von der ein ebensolcher Siegelabdruck beschrieben wird, statt der Federn aber Büffelhörner interpretiert werden.

 

 

Wappen Draudt: In Blau auf schwarzem Dreiberg eine silberne Taube mit silbernem (eigentlich grünem) Ölzweig im Schnabel. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken eine silberne Taube mit einem grünen Ölzweig im Schnabel. Das Wappen wird in Siebmacher, Bürgerliche 10 beschrieben. Es handelt sich um eine hessische Familie, deren ursprünglicher Sitz Berstadt im Kreis Büdingen war.

Wappen von Bechtold: In von Schwarz und Silber geteiltem Schild ein goldenes Adlerbein, welches eine schwarze Kugel hält. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken drei Straußenfedern, eine schwarze zwischen zwei silbernen. Ohne Literaturbeleg.

 

 

Wappen von Schmidt: In Blau eine silberne Hausmarke, bestehend aus einem Schaft mit einer vorne schaftweise nach unten abgewinkelter Kreuzkopfsprosse und hinterer Fußstrebe. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Helmdecken auf rotem Dreiberg drei fächerförmig gestellte silberne Lanzenspitzen. Hier ist - die Regel verletzend, daß man entweder einen Helm mit Helmzier oder eine Rangkrone, nie aber beides zugleich verwendet - über dem Schild eine siebenperlige goldene Freiherrenkrone dargestellt. Ohne Literaturbeleg. Das Fenster trägt die Inschrift: Gestiftet von Friedrich Freiherrn von Schmidt, k. k. Oberbaurath in Wien, und dessen Sohn Heinrich Freiherrn von Schmidt, k. Professor in München, bauleitende Architekten bei der Wiederherstellung (und dem Ausbau) der St. Katharinenkirche 1879-1889.

 

 

Wappen Heyl zu Herrnsheim: In Blau ein schräg gelegter goldener Schlüssel, mit dem Bart nach oben und außen, oben links und unten rechts begleitet von zwei silbernen Lilien. Hier ist das Wappen nach innen gewendet. Auf dem gekrönten Helm mit hier rechts blau-silbernen und links blau-goldenen Helmdecken ein wachsender, hier blauer, rotgezungter Drache, der in seinen Vorderpranken einen goldenen Schlüssel mit dem Bart nach oben hält. Es gibt farbliche Abweichungen zu der zweiten Darstellung des Wappens in der Katharinenkirche. Ohne Literaturbeleg.

Das Fenster trägt die Inschrift: In Erinnerung an die am 29. März 1878 beschlossene Betheiligung des Reichs am Wiederaufbau der Perle in der Reihe rheinischer Baudenkmale gewidmet von Cornelius Freiherr Heyl zu Herrnsheim weiland Mitglied des Reichstags für Worms Heppenheim Wimpfen 1888.

Cornelius Wilhelm Heyl wurde am 10.2.1843 geboren. Am 31.3.1886 wurde er als Freiherr von Heyl zu Herrnsheim in den hessischen Freiherrenstand erhoben. Cornelius Wilhelm Heyl hatte 1883 Schloß Herrnsheim in Herrnsheim bei Worms aus von Dalbergschem Besitz gekauft. Er entstammt einer Familie von Lederindustriellen und übernahm die väterliche Fabrik der Wormser Lederwerke. Er war Reichstagsabgeordneter, Mitglied und Präsident der hessischen Abgeordneten-Kammer, großherzoglich hessischer Geheimer Kommerzienrat und Fideikommissar. Er starb 1923.

Das gegenüberstehende Wappen (vermutlich seiner 1867 geehelichten Frau Sophie geb. von Stein (1847-1915), der Tochter eines Kölner Bankiers und Kunstsammlers) zeigt in Silber einen rotgezungten und goldengehörnten aufspringenden Steinbock, auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken derselbe wachsend.

 

 

Optisch links ist das Wappen von Frowein: In Silber ein balkenweise gelegter roter Traubenzweig mit drei Blättern nach oben und drei Weintrauben nach unten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Löwe mit einer roten Weintraube in der rechten Pranke wachsend zwischen einem offenen silbernen Flug.

Das optisch rechte Wappen zeigt in Silber eine rote dreieckige Marke, oben mit drei goldenen Getreidehalmen besteckt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein offener silberner Adlerflug.

 

 

Optisch links desgleichen das Wappen von Frowein: In Silber ein balkenweise gelegter roter Traubenzweig mit drei Blättern nach oben und drei Weintrauben nach unten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Löwe mit einer roten Weintraube in der rechten Pranke wachsend zwischen einem offenen silbernen Flug.

Optisch rechts befindet sich das Wappen von Carnap: Geteilt von Silber und Blau, oben ein goldener Stern, unten eine silberne Schafzange oder Pferdebremse. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Decken fünf Straußenfedern, zwei silberne zwischen drei blauen. Das Wappen ist im Siebmacher Band Preußen zu finden.

 

 

Ein weiteres Wappen von Frowein: In Silber ein balkenweise gelegter roter Traubenzweig mit drei Blättern nach oben und drei Weintrauben nach unten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Löwe mit einer roten Weintraube in der rechten Pranke wachsend zwischen einem offenen silbernen Flug.

 

 

Das Wappen der Familie Bemberg: Unter einem blauen Schildhaupt mit drei balkenweise gestellten goldenen Sternen in Silber ein blauer (hier silberner, ausgeblichen?) Sechsberg (auch als Fels beschrieben). Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein silberner Pelikan mit offenen Schwingen und goldenem Schnabel, der mit seinem Blut drei silberne Jungtiere in silbernem Nest füttert, über dem Pelikan ein goldener Stern. Die Familie stammt vom Bemberghof in der Bauernschaft Elfringhausen bei Hattingen/Ruhr. Die Stammreihe beginnt mit Conrad aufm Bimberg im 16. Jh. Ab Mitte des 18. Jh. ist die Familie in Elberfeld ansässig. Jul. Peter Bemberg zu Flamersheim im Kreis Rheinbach wurde am 23.9.1884 in den erblichen Adelsstand erhoben.

 

3. Wappen in Glasfenstern

 

 

Das Wappen der Großherzöge von Hessen zeigt in Blau einen königlich gekrönten, golden bewehrten, von Silber und Rot neunmal geteilten Löwen mit Doppelschweif, der in der rechten Pranke ein silbernes Schwert schwingt. Auf dem Schild eine Königskrone. Der Schild ist hier gewendet.

Optisch rechts ist das Wappen einer Prinzessin von Großbritannien: Hauptschild: 1. und 4. Viertel: England (In Rot pfahlweise drei rote Leoparden), 2. Viertel: Schottland (in Gold innerhalb eines außen und innen mit Lilien besteckten Zwillingsinnenbordes ein roter Löwe), 3. Viertel: Irland (in Blau eine goldene Harfe mit silbernen Saiten), darüber ein Turnierkragen mit der Genealogie entsprechenden Beizeichen. Der Herzschild zeigt das Wappen Sachsens und bedeutet, daß diese englische Prinzessin aus dem Haus Sachsen-Coburg-Gotha stammt, aus dem später durch Namensänderung das Haus Windsor wurde.

Zu diesen beiden Wappen passen Vater Friedrich Wilhelm Ludwig IV. Karl Großherzog v. Hessen und bei Rhein (12.9.1837 - 13.3.1892) und seine Frau Alice Maud Mary Prinzessin von Großbritannien und Irland (5.4.1843 - 14.12.1878), Tochter von Albert Franz August Karl Emanuel Herzog v. Sachsen-Coburg u. Gotha (26.8.1819 - 14.12.1861) und Queen Victoria (24.5.1819 - 22.1.1901).

 

 

Gleich daneben befindet sich das Wappenpaar für die Eltern des Stifters (Friedrich Wilhelm Ludwig IV. Karl Großherzog v. Hessen), Karl Wilhelm Ludwig Prinz v. Hessen-Darmstadt (23.4.1809 - 20.3.1877) und Prinzessin Marie Elisabeth Caroline Victoria v. Preussen (18.6.1815 - 21.3.1885), Tochter von Prinz Friedrich Wilhelm Karl v. Preussen (3.7.1783 - 28.9.1851) und Amalie Marianne Landgräfin v. Hessen-Homburg (13.10.1785 - 14.4.1846).

Das Wappen der Großherzöge von Hessen zeigt in Blau einen königlich gekrönten, golden bewehrten, von Silber und Rot neunmal geteilten Löwen mit Doppelschweif, der in der rechten Pranke ein silbernes Schwert schwingt. Auf dem Schild eine Königskrone. Der Schild ist hier gewendet.

Optisch rechts ist das Wappen einer Prinzessin von Preußen: In Silber ein goldengekrönter, goldenbewehrter schwarzer Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln und mit Szepter und Reichsapfel in den Fängen. Auf dem Schild die Krone. Auf der Brust des Adlers die verschlungenen Buchstaben FR für Fridericus Rex.

Die Inschrift zu diesen vier Wappen lautet: Gestiftet von Ludwig IV / Großherzog von Hessen bei Rhein / in Erinnerung zugleich an seine unvergeßliche Gemahlin / und an seine dem Herrn / entschlafenen teuren Eltern 1889

 

 

Optisch links: Pfalzgräfliches Wappen. Feld 1: In Schwarz ein goldener, rot gekrönter Löwe (Pfalz), nach innen gewendet. Feld 2: Von Blau und Silber schräg geweckt (Wittelsbach). Feld 3 (eingebogene Spitze): In Rot ein goldener Reichsapfel (Erztruchsessenamt).

Optisch rechts: Wappen der Landgrafen von Hessen. Hauptschild geviert: Grafen von Katzenelnbogen (Feld 1, heraldisch rechts oben) In Gold ein roter hersehender Löwe (auch als gelöwter Leopard bezeichnet), blau bewehrt und blau bekrönt. Grafen von Ziegenhain (Feld 2, heraldisch oben links) schwarz-gold geteilt, oben ein silberner sechsstrahliger Stern. Grafen von Nidda: (Feld 3, heraldisch unten rechts) Schwarz-gold geteilt, oben zwei achtstrahlige silberne Sterne. Grafen von Diez (Dietz): (Feld 4, heraldisch unten links) in Rot zwei goldene blau bewehrte Leoparden (schreitende, hersehende Löwen) übereinander. Herzschild: Landgraf von Hessen (Stammwappen): In Blau ein silbern-rot mehrfach geteilter aufrechter Löwe, golden gekrönt und golden bewehrt.

 

 

Eines der bedeutendsten Glasfenster ist die sog. Rose von Oppenheim. In der Mitte befindet sich der goldene Wappenschild mit dem schwarzen Adler für die Reichstadt Oppenheim. Kreisförmig ist dieses wunderbare Maßwerkfenster umgeben von den Wappen regional wichtiger Familien. Man erkennt beispielsweise das rote Axteisen in goldenem Feld der von Franckenstein, das goldene Feld mit rotem Schräggitter der Herren von Daun, die drei schrägbalkenweise gelegten silbernen Gürtelschnallen der Boos von Waldeck, Rost von Bechtolsheim mit golden-rot gespaltenem Schild, darüber ein grüner Balken.

 

 

In einem schmallanzettlichen Fenster des Ostchores wird ebenfalls eine Fülle von Wappenschilden regional wichtiger Geschlechter abgebildet: Ganz links ist das Wappen der Großherzöge von Hessen führt in blau einen königlich gekrönten, golden bewehrten, von Silber und Rot neunmal geteilten Löwen mit Doppelschweif, der in der rechten Pranke ein silbernes Schwert schwingt. Mitte rechts das Wappen der Herren von Cronberg (Kronenstamm): Geviert. Feld 1: In Rot (das Blau ist hier falsch!) eine goldene Krone. Feld 2 und 3 in Silber 4 (2:2) blaue (die Farben sind hier falsch!) Eisenhütlein (silbern-blauer pfahlförmig angeordneter Eisenhutfeh), Feld 4: Rot.

 

 

 

Ganz rechts sehen wir das Stammwappen der Herren von Franckenstein: In Gold ein schräggestelltes rotes Axteisen (Beileisen) mit quergestellter rechteckiger Stielöffnung, aber ohne Stiel.

Der Wappenschild Mitte links zeigt das Wappen der Wolfskehl zu Vetzberg (auch Voitzberg), sie führen einen silbernen Frauenarm mit Hängeärmel in blauem Feld. Bei einer Linie der Wolfskehl zu Vetzberg, den von Wolfskehl zur Wolkenburg, hält der Arm eine rote Rose (Blume), wie auch hier zu sehen ist.

 

 

Mitte links das rote Rad in Gold paßt zu den Herren von Bolanden. Ganz rechts sehen wie den Schild der Rost von Bechtolsheim mit golden-rot gespaltenem Schild, darüber ein grüner Balken, im Detail fehlfarbig.

 

 

Literatur, Links und Quellen:


Siebmachers Wappenbücher
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Evangelische Kirchengemeinde, Katharinenkirche Oppenheim
http://www.katharinen-kirche.de
Dr. Dagmar Gilcher: Ein Denkmal und seine Pflege: Die Katharinenkirche in Oppenheim, aus: Die Rheinpfalz vom 08.09.07,
http://www.katharinen-kirche.de/pdf/katharinenkirche.pdf
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Martin Held, Die Katharinenkirche in Oppenheim:
http://www.katharinen-kirche.de/pdf/diekatharinenkircheinoppenheimmitbildern.pdf
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

Eike Pies, Neues Bergisches Wappenbuch bürgerlicher Familien, Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 1, 1998, ISBN 3-87947-111-8
http://www.heylshof.de/sammlung03.html

Förderverein Katharinenkirche: http://www.foerderverein-sankt-katharinen.de/
Oppenheimer Geschichtsverein: http://www.oppenheimer-geschichtsverein.de/

 

Quelle für die gesamten Glasfensterartikel mit herzlichem Dank an den Autor Herrn Dr. Bernhard Peter:

http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie1070.htm

http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie1071.htm
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie1072.htm

 

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GRABDENKMÄLER

Die nun folgenden Artikel und die dazugehörigen Bilder über verschiedene Grabdenkmäler in der Katharinenkirche wurden uns freundlicherweise von Herrn Dr. Bernhard Peter zur Verfügung gestellt:

 

1. Epitaph von Johann Kämmerer von Worms gt. von Dalberg und Anna von Bickenbach

 

Eines der schönsten Rittergrabmäler in der Oppenheimer Katharinenkirche ist das Epitaph für Johann (Hennichin) Kämmerer von Worms gt. von Dalberg (gest. 9.10.1415) und Anna von Bickenbach (gest. 22.5.1415), seiner zweiten Gemahlin. Johann Kämmerer von Worms gt. von Dalberg war 1366 Edelknappe, 1374 Ritter, Hofmeister in Heidelberg im Dienste der Pfalzgrafen, 1377 Schultheiß, Burgamtmann und Burgmann in Oppenheim.

Abb.: Links Anna von Bickenbach, rechts Johann Kämmerer von Worms

 

Die beiden lebensgroßen Figuren stehen zwischen drei Fialpfeilern, jeweils bekrönt von einem Baldachin, wovon insbesondere der von Anna von Bickenbach schön aus sich überlappenden Eselsrückenbögen mit abschließenden Kreuzblumen gearbeitet ist. Zu Füßen von Anna befindet sich ein treuer Hund, während ihr Ehemann Johann einen Löwen zu Füßen hat. Beide Ehepartner sind in ziviler Kleidung abgebildet, Johann hat lediglich Dolch und Schwert umgebunden. Beide legen die Hände vor der Brust zum Gebet zusammen und blicken den Besucher fronatl an. Jedem Ehepartner sind vier Ahnenwappen zugeordnet. Bei Anna von Bickenbach sind es nur Wappenschilde, paarweise neben dem Baldachin angebracht. Es handelt sich um die Wappenschilde der Familien Bickenbach, Erbach, Dietz, Salza. Bei Johann sind es ein Vollwappen und drei Wappenschilde, sodaß die Anordnung eine andere ist, denn das voluminöse Vollwappen Kämmerer an der rechten oberen Ecke nimmt so viel Platz ein, daß optisch links oben nur Waldeck abgebildet wird, während die beiden unteren Schilde rechts und links von seinen Knien angebracht sind.

 

Genealogie (1): Abstammung des Johann (Hennichin) Kämmerer von Worms gt. von Dalberg (gest. 9.10.1415)
Eltern:

  • Winand Cämmerer gen. v. Waldeck (vor 1334 - 2.3.1365)

  • Demudis v. Bechtolsheim (- 29.5.1348)

Großeltern väterlicherseits:

  • Johann Camerarius? gen. v. Waldeck, Ritter (vor 1299 - 2.11.1350)

  • Juliana Boos v. Waldeck (vor 1302 - vor 1334)

Urgroßeltern väterlicherseits:

  • Gerhard Camerarius, Ritter (vor 1251 - 8.1.1297)

  • Mechtild Fuchs v. Rüdesheim (- 4.6.1319)

  • Winand III. v. Waldeck (vor 1268 - nach 1300)

  • Jutta v. Spiegelberg (vor 1268 - vor 1282)

Abb.: Rechts Waldeck, links Kämmerer von Worms

Das Waldeck-Wappen
Auf der optisch linken Seite befindet sich das Waldeck-Wappen, hier in Silber drei schrägbalkenweise aneinandergestellte, rautenförmige, rote Schnallen (Rincke). Aus späterer Zeit kennen wir hauptsächlich nur die Boos von Waldeck, deren Wappen in Rot drei schrägbalkenweise aneinandergestellte, rautenförmige, silberne Schnallen (Rincke) besitzt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken befindet sich ein schwarzer Flug, belegt mit Scheibe mit dem Schildbild. Tatsächlich gab es aber mehrere Zweige, die sich nach der Ganerbenburg Waldeck im Rhein-Hunsrück-Kreis nannten. Urkundlich tauchen sie erstmals 1242 auf, als die Ritter Heribert, Udo (Rudolf) und Winand von Waldeck ihre Burg für 200 Mark kölnischer Denare gegen eine jährliche Rente von 12 Fuder Wein dem Kölner Erzstift Konrad von Hochstaden zu Lehen auftrugen. Es gibt die Rudolfische, die Winandsche und die Conradische Linie. Sie unterschieden sich heraldisch durch Farbvariationen. Ein Burgfrieden von 1325 regelt das Zusammenleben der unterschiedlichen Familien auf der Burg Waldeck. Die Conradische Linie wurde die Boosische Linie, aus der letzteren stammen die "schwarzen" und die "weißen" Boos von Waldeck. Die Rudolfsche Linie starb schon um 1370 aus. Die Winandsche Linie starb 30 Jahre später aus, um 1400. Beidesmal konnte die Conradische Linie, die Boos von Waldeck, Teile des Besitzes der ausgestorbenen Familie an sich bringen.

 

Das Kämmerer-Wappen
Optisch oben rechts ist der Wappenschild der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zu finden. Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt mit einem vierlätzigen schwarzen Turnierkragen in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Das eigentliche Stammwappen ist ohne diesen zur Differenzierung dienenden Turnierkragen. Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Helmdecken blau-golden. Später wurde das Wappen mit dem schwarzen Ankerkreuz in Gold geviert (Dalberg).

Die Dalbergs stammen aus dem Nahegau und wurden erstmals 1208 nachgewiesen. Der Schwerpunkt der Besitzungen liegt im Rheinland, um Worms und Bad Kreuznach. Dalberg bei Bad Kreuznach war seit 1132 Stammsitz der Familie. Die Familie starb aber schon 1323 im Mannesstamme aus und verschmolz durch Heirat mit den Kämmerer von Worms, welche einst das Amt der Kämmerer des Bischofs von Worms bekleidet hatten und irgendwann ihre Amtsbezeichnung zu ihrem Familiennamen gemacht hatten. Die Kämmerer von Worms lassen sich schon im 10. und 11. Jh. identifizieren. Nach der Heirat zwischen den beiden ohnehin verwandten Familien vereinigte man beider Wappen in einem gevierten Schild und nannte sich "Kämmerer von Worms, genannt Dalberg" oder "Kämmerer von Worms, Freiherr von Dalberg". Die Familie stieg zu einer der wichtigsten und angesehendsten Adelsfamilien des Heiligen Römischen Reiches auf. Die Bekleidung von allerhöchsten Stellungen im Dienste der Kirche und des Reiches, die Funktion als Bischöfe, Erzbischöfe, Äbte, Fürstäbte, Präsidenten des Reichskammergerichts etc. kennzeichnete den Aufstieg der Familie. Zwischen 1671 und 1817 waren 9 Dalbergs Kapitulare von Würzburg, desweiteren gibt es einen Fürstabt von Fulda. Es gab mehrere Linien, so die Linie Dalberg-Haßloch mit Besitz in Haßloch, Gabsheim, Mommenheim und Bechtolsheim (beides Ganerbschaften), die Linie Dalberg-Hernsheim mit Besitz in Mandel (Niederrhein), Essingen, Hernsheim, Abenheim, Kropsburg und natürlich die Hauptlinie Dalberg-Dalberg mit Besitz in Dalberg, Sommerloch, Oberhub, Unterhub, Wallhausen, Walderbach, Spabrücken, also insgesamt entlang des Rheines und der Nahe mit Streubesitz in Franken und Württemberg. 1654 wurde der Familie die Reichsfreiherrenwürde verliehen. Mit Maria Anna von und zu Dalberg, seit 1912 Ehefrau von Prinz Franz zu Salm und Salm-Salm, starb das Geschlecht am 22. Februar 1979 aus. Der letzte männliche Sproß einer Dalberg-Seitenlinie war Johannes von Dalberg (1909-1940).

 

Ein Musterbeispiel für einen frühen Flug/Flügel
Bei der Darstellung des Vollwappens der Kämmerer von Worms ist vor allem die Darstellung des Fluges interessant. Wie auch die Hörner gehören Flügel zu den allerersten und ältesten Helmzieren. Die Tradition der Flügel am Helm reicht sogar in die vorheraldische Zeit zurück, denn schon die Germanen verzierten ihre Helme mit Flügeln. Durch die Heraldik wurde diese Tradition fortentwickelt. Flügel sind in der Regel - soweit nicht anders beschrieben - Adlerflügel, gekennzeichnet durch die langen Schwungfedern mit eingebogener Spitze und die dünnen Zwischenfedern. Sie können paarweise (meistens) oder auch einzeln vorkommen. Ein Paar Flügel wird als "Flug" bezeichnet.

Ursprünglich hatte man natürlich keine Adlerflügel am Helm. Die Adlerflügel, wie wir sie im heute als korrekt empfundenen heraldischen Stil zeichnen, sind späteren Ursprungs und haben sich erst in der Papierheraldik entwickelt. Wie uns z. B. die Abbildungen in der Manessischen Liederhandschrift zeigen, hatte man Bretter, Leisten oder Lederstücke, die mit Federn besteckt wurden. Später benutzte man entsprechend zugeschnittene Stücke aus Holz, Leder oder Blech, auf die die Federn aufgemalt wurden. Die naturalistische Darstellung wurde erst ab dem 15. Jh. üblich. Und genau so ein früher Flügel ist hier am Epitaph zu sehen, im unteren Teil ein als Halterung dienendes Brett, in das oben in einer Reihe Federn gesteckt sind.

Das Praktische an den Flügen ist, daß sie in der Helmzier eine relativ große und - je nach Darstellungart - zusammenhängende Fläche bilden, die sich zur Wiederholung des Schildinhalts eignet. Flüge können ganz banal einfarbig sein, die beiden Schwingen können unterschiedliche Farbe haben (gespaltener Flug), sie können auch den ganzen Schildinhalt entweder gemeinsam oder jeder Flügel für sich zeigen wie hier beim Kämmerer-Wappen. Damit werden die Flügel zu einem sog. Hilfskleinod. Der Begriff bezeichnet eine Helmzier, die in irgendeiner Form den Schildinhalt wiederholt, in Abgrenzung zu Helmzieren, die nur dem Zierat und der Unterscheidung dienen.

Wappen Bechtolsheim
von Bechtolsheim, Stock von Bechtolsheim, Rost von Bechtolsheim: Es gibt mehrere Farbversionen bei den Bechtolsheimern: Hermann Stock von Bechtolsheim führt 1450 im Pfälzer Vasallenbuch den Schild silbern-schwarz gespalten, darüber ein roter Balken. Variante: Schild golden-schwarz gespalten, darüber ein roter Balken. Helmzier ein silberner (bzw. goldener) und ein schwarzer Flügel, jeweils mit einem roten Balken belegt. Decken rot-silbern nach Gruber. Gerhard Rost von Bechtolsheim führt 1365 den Schild golden-rot gespalten, darüber ein grüner Balken, und genau so ist der Schild auch hier am Epitaph abgebildet.

Das vierte Wappen zeigt im mit goldenen Kleeblättern besäten, schwarzen Schild einen silbernen Löwen.

 

Genealogie (2): Abstammung der Anna von Bickenbach (gest. 22.5.1415)
Eltern:

  • Conrad V. v. Bickenbach (vor 1362 - 4.10.1393)

  • Margarete v. Dietz-Weilnau (- nach 1390)

Großeltern:

  • Conrad III. v. Bickenbach (vor 1298 - 2.6.1354)

  • Agnes v. Erbach-Erbach (- nach 1347)

  • Reinhard Graf v. Diez-Weilnau (- ca. 1333/1344)

  • Margarete v. Salza (vor 1328 - nach 1365)

Urgroßeltern, soweit bekannt:

  • Philipp Herr v. Bickenbach (vor 1276 - ca. 1298/1300)

  • Alheydis v. Stetelbach?

  • Eberhard V. v. Erbach-Erbach (vor 1277 - vor 1303)

  • Agnes v. Breuberg (- 10.6.1302)

  • Gerhard I. Graf v. Diez-Weilnau (vor 1265 - ca. 1282)

  • Isengard v. Hanau (- vor 29.9.1282)

Wappen Bickenbach
Optisch links oben finden wir den Wappenschild der Herren von Bickenbach. Sie führen einen roten Schild mit zwei aus silbernen Rauten gebildeten Schrägbalken bzw. zwei schrägrechts gestellte Reihen silberner Rauten, wobei sich die Rauten an den Spitzen berühren. Ursprünglich finden wir aber auf ältesten Abbildungen zwei schrägrechte Zickzackbalken (Gottfried von Bickenbach 1211-1244). Helmzier wäre ein wie der Schild bez. Adlerflug, dazwischen ein silbernes sitzendes Pferd oder Hund, das Ganze sowohl auf einem Hut als auch ohne vorkommend. Helmdecken wären rot-silbern. Hier steht der Schild für Conrad III. v. Bickenbach (vor 1298 - 2.6.1354).

Die von Bickenbach sind ein hessisches, edelfreies Geschlecht, Stammsitz in Hessen (Bickenbach, Kanton Odenwald). Stammvater ist Konrad von Bickenbach um 1130. Der Familie herrschten mit auf den Hohenberger Burgen Homburg und Adelsberg im Main-Wern-Gebiet. Weiterhin war die Familie im Besitz der Festung Hohenberg und Würzburgischer Lehensinhaber, denn 1365 wurde der bis dahin freieigene Besitz von Dietrich von Hohenberg dem Hochstift zu Lehen aufgetragen. Zum Besitz gehörten auch die Adelssitze Klingenberg, Obersfeld, Gößheim, Schildeck, Carlsbach etc. Die Familie hatte eine große Bedeutung in kirchlichen Diensten in Worms, Trier, Fulda, Mainz. Wirtschaftlich ging es der Familie im 14. und 15. Jh. sehr schlecht, es kam immer wieder zu Verpfändungen von Burgen und Einkünften. 1469 wird der gesamte Besitz an Würzburg verkauft. 1497 starb das Geschlecht mit dem gesundheitlich benachteiligten Konrad von Bickenbach aus, seine Schwester Susanna heiratete erst einen Grafen von Mansfeld, dann einen Grafen von Hohenstein. Von der Familie befinden sich übrigens schöne Epitaphien im Kloster Himmelthal. Von historischer Bedeutung sind Marquart von Bickenbach, Fürstabt von Fulda 1286-1288, und Konrad von Bickenbach, Burggraf von Miltenberg (gest. 1463).

 

Wappen Erbach
Der Wappenschild der Grafen von Erbach ist rot-silbern geteilt, oben zwei silberne und unten ein roter sechsstrahliger Stern. Die zugehörige Helmzier bestünde aus zwei silbern-rot übereck geteilten Büffelhörnern. Helmdecken wären rot-silbern. Hier steht der Schild für Agnes v. Erbach-Erbach (- nach 1347).

Wappen Dietz-Weilnau
Die Linie der Grafen von Dietz-Weilnau (Hintertaunus) hat im Vergleich zu der Hauptlinie der Grafen von Dietz invertierte Farben: In Gold zwei rote, blau bewehrte Leoparden (hersehende, schreitende Löwen) übereinander. Helmzier wäre ein schwarzer Flug, beiderseits belegt mit einer wie der Schild tingierten Scheibe. Helmdecken wären rot-golden. Hier steht der Schild für Reinhard Graf v. Diez-Weilnau (- ca. 1333/1344).

Wappen Salza
Das Wappen der Herren von Salza, einer thüringischen Ministerialenfamilie, zeigt in Rot ein goldenes, gekrümmtes Widderhorn. Bekannt ist das Wappen eines berühmten Familienmitgliedes, des Deutschordenshochmeisters und eigentlichen Ordensformer Hermann von Salza (geb. ca. 1179, amtierte 1209-1239, einer der wirkungsstärksten Hochmeister, die der Orden je hatte, der den Orden in eine starke miltärisch-politische Organisation verwandelte und der nach einem ersten Versuch in Siebenbürgen zum Gründer des Ordensstaates in Preußen wurde). Hier steht der Schild für Margarete v. Salza (vor 1328 - nach 1365).

Übrigens...
Genau dieser Anna von Bickenbach und diesem Johann Kämmerer von Worms gt. von Dalberg begegnen wir übrigens an einem anderen wunderschönen Rittergrabmal wieder, nämlich in der Ahnenprobe des Heinrich Vogt von Hunoldstein in der Peterskapelle in Neumagen-Dhron.

Genealogie (3): Nachkommen des Johann (Hennichin) Kämmerer von Worms gt. von Dalberg (gest. 9.10.1415)
In erster Ehe war er mit Elisabeth von Winnenburg (Wunnenberg) verheiratet (- 25.8.1397). Kinder:

  • Johann Cämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 18.10.1383)

  • Greta Cämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 24.7.1383)

Kinder aus zweiter Ehemit Anna v. Bickenbach (vor 1398 - 22.5.1415):

  • Anna Cämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 30.10.1410)

  • Ida Cämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 1411)

  • Johann Cämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (vor 1419 - 2.7.1431)

  • Demudis Cämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (vor 1416 - nach dem 3.4.1455)

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Ot
to Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9


2. Epitaph der Anna Kämmerer von Worms gt. von Dalberg

Dieses Epitaph befindet sich in der nördlichen Seitenkapelle des Chorabschlusses der Katharinenkirche unterhalb der Fenster mit der Darstellung der Reformatoren Calvin, Zwingli, Luther und Melanchthon von 1889. Das Epitaph ist ein Meisterwerk der Spätgotik.

Epitaph für Anna von Dalberg, gest. 30.10.1410, Tochter von Johann Kämmerer von Worms genannt von Dalberg und Anna von Bickenbach. Das Epitaphium ihrer Eltern steht im südlichen Querschiff. Die Figur der Verstorbenen steht mit zum Gebet zusammengelegten Händen, in ein langes, fließendes Gewand gekleidet, zwischen zwei Fialpfeilern, die jeder unterhalb der Verjüngungsabsatzes einen nach innen geneigten Wappenschild tragen, optisch links Kämmerer, optisch rechts Bickenbach. Über dem Kopf ist ein mit drei Wimpergen verzierter polygonaler Baldachin, beiderseits beseitet von Blendwimpergen, alle mit reichlich Krabben und abschließender Kreuzblume. Das Grabmal ist mit seinen fließenden Formen, den sanften Übergängen ein Vertreter des sog. "Weichen Stils". Bei der Inschrift fällt auf, daß hier bereits Abstand von den lateinischen Inschriften genommen wird und deutsche Sprache verwendet wird.

Die beiden Wappenschilde stehen für Annas Eltern, Johann (Hennichin) Kämmerer von Worms gt. von Dalberg (1374 Ritter, Hofmeister in Heidelberg im Dienste der Pfalzgrafen, 1377 Schultheiß, Burgamtmann und Burgmann in Oppenheim, gest. 9.10.1415) und Anna von Bickenbach (gest. 22.5.1415), seiner zweiten Gemahlin. Zur weiteren Genealogie siehe dort.

 

Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Helmdecken blau-golden. Hier steht der Schild für Johann (Hennichin) Kämmerer von Worms gt. von Dalberg (gest. 9.10.1415). Später wurde das Wappen mit dem schwarzen Ankerkreuz in Gold geviert (Dalberg).

Die von Bickenbach führen einen roten Schild mit zwei aus silbernen Rauten gebildeten Schrägbalken bzw. zwei schrägrechts gestellte Reihen silberner Rauten, wobei sich die Rauten an den Spitzen berühren. Ursprünglich finden wir aber auf ältesten Abbildungen zwei schrägrechte Zickzackbalken (Gottfried von Bickenbach 1211-1244). Helmzier wäre ein wie der Schild bez. Adlerflug, dazwischen ein silbernes sitzendes Pferd oder Hund, das Ganze sowohl auf einem Hut als auch ohne vorkommend. Helmdecken wären rot-silbern. Hier steht der Schild fürAnna von Bickenbach (gest. 22.5.1415).

 

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Burg Waldeck: http://www.burgenwelt.de/waldeck2/geneu.htm

 

3. Epitaph des Dammo (Tham) Knebel von Katzenelnbogen

Dieses Epitaph befindet sich auf der Südseite des östlichen Chorabschlusses der Katharinenkirche. Es ist ebenfalls ein spätgotisches Werk, das den Verstorbenen unter einer flachen Konstruktion aus Blendmaßwerk zeigt, auf der optisch rechten Seite von seinem an den Rahmen gelehnten Schwert und in der optisch linken oberen Ecke von seinem Wappen begleitet, der einzigen Wappendarstellung dieses Grabmals. Die Hände des zivil gekleideten und barhäuptig dargestellten Dammo sind betend vor der Brust zusammengelegt, in weitem Bogen fallen die modisch weit geschnittenen Ärmelöffnungen bis zum Rahmen, den Blick auf das knielange Wams freigebend. Zu Füßen ein treuer Hund, zu seinem Herrn aufblickend.

Epitaph des Dammo (Tham) Knebel von Katzenelnbogen, gest. 1401, Reichsschultheiß zu Oppenheim.

 

Die Knebel von Katzenelnbogen sind ein rheinisches Uradelsgeschlecht, das Besitzungen am Rhein und in Schwaben hatte und seinen Beinamen erhielt, weil sie einst als Burgmannen auf der Burg der Grafen von Katzenelnbogen dienten. Das Stammwappen der Knebel von Katzenellenbogen sieht wie folgt aus: In Silber ein rotes Schildchen, im rechten Obereck von einem schwarzen Ring begleitet. Helmzier ein rotes rechtes und ein silbernes linkes Eselsohr. Helmdecken rot-silbern.

Die Knebel beerbten später die von Grärod/Grarath/Graurod. Das erweiterte Wappen ist geviert: Feld 1 und 4: In Silber ein rotes Schildchen, im rechten Obereck von einem schwarzen Ring begleitet (Stammwappen), Feld 2 und 3: In Schwarz ein goldener Balken, von drei (2:1) goldenen Ballen (Kugeln) begleitet (von Grärod, Grarath). Dazu würden an Helmen gehören: Helm 1: gekrönt, ein rotes rechtes und ein silbernes linkes Eselsohr (Stammkleinod). Helmdecken rot-silbern. Helm 2: gekrönt, nach Siebmacher ein wachsender silbern gewandeter Mann mit schwarzem Gürtel, eine Breithacke auf der Schulter tragend (Kleinod von Grärod, Grarath). Gewand im Gruber als schwarz beschrieben. Helmdecken schwarz-golden.

Man achte hier auch darauf, daß die Regeln der Heraldik normalerweise fordern, daß Helmzier und Helm in die gleiche Richtung blicken. Perspektive wird vermieden. So würde man nach heutiger Auslegung bei Eselsohren den Helm möglichst frontal darstellen und den Schild aufrecht. Nach dem damaligen Zeitgeschmack wollte man aber offensichtlich der Neigung des Schildes zum Verstorbenen hin und entsprechender Wendung des Helmes den Vorzug geben, stellte aber die Eselsohren frontal dar. Ein Beleg dafür, daß selbst in der Spätgotik, dem Stil, auf den wir uns heute bei Wappendarstellungen als vorbildlich berufen, solche Fragen durchaus mit Spielraum behandelt wurden. Der Ring ist aber trotz gewendetem Wappen nicht mitgewendet, er befindet sich nach wie vor an der selben Stelle.

 

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

 

 

4. Epitaph des Friedrich Kämmerer von Worms und der Katharina von Gemmingen

Dieses Epitaph steht an der Nordwand des nördlichen Querschiffs. Hier wird an Friedrich Kämmerer von Worms, genannt Dalberg (Bürgermeister von Oppenheim, gest. 1506) und seine Frau Katharina von Gemmingen (gest. 1517) erinnert. Eine klare Gliederung teilt die Platte in vier Felder, unten links Friedrich in Rüstung, zu seinen Füßen ein Löwe, unten rechts Katharina, fast vollständig von Umhang und Haube verhüllt, zu ihren Füßen ein treuer Hund. Oben links (optisch) das Kämmerer-Wappen, als Vollwappen ausgeführt, oben rechts (optisch) das Gemmingen-Wappen, nur der von zwei exquisit gearbeiteten Engeln präsentierte Schild. Die Grabmäler von Friedrichs Vater Wolf und seines Bruders Wolf d. J. sind übrigens ebenfalls erhalten.

Zur Genealogie: Friedrich Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (10.2.1459 - 12.11.1506) ist der Sohn der hier ebenfalls mit einem Epitaph vertretenen Wolff(gang) Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (4.9.1426 - 20.9.1476) und Gertrud Greiffenclau v. Volrads (- 10.8.1502), Enkel von Johann Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 2.7.1431) und Anna v. Helmstatt (- 10.4.1466) und Urenkel der hier gleichfalls besprochenen Johann (Hennichin) Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg, Ritter (- 9.10.1415) und Anna v. Bickenbach (- 22.5.1415). So eng hängen die Epitaphien in dieser Kirche zusammen.

 

Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Hier ist der Flug etwas stiefmütterlich behandelt worden, eigentlich sind es nur zwei lange Federn. Helmdecken blau-golden.

Die Freiherren von Gemmingen führen in Blau zwei goldene Balken. Als Helmzier führen sie zwei wie der Schild mit zwei goldenen Balken belegte blaue Büffelhörner. Helmdecken blau-golden.

Anmerkung: In der Züricher Wappenrolle ist ein abweichendes Wappen abgebildet: In Gold drei blaue Balken, Kleinod ein armloser Mannesrumpf mit aufgesetzter spitzer Kapuze, die goldene Kleidung belegt mit den drei blauen Balken. Dieses Wappen wird nicht mehr geführt, sondern ausschließlich das oben beschriebene.

Die Freiherren von Gemmingen sind schwäbischer Uradel, reichsunmittelbar, stammen aus dem Kraichgau, sind benannt nach dem gleichnamigen Ort daselbst und gehören zu den ältesten und angesehendsten reichsritterlichen Familien in Schwaben. Seit dem 25.5.1182 gehören sie dem Reichsfreiherrenstand an (Ulrich und Bernolph wurden auf dem Reichtag in Worms in den Reichsfreiherrenstand erhoben). Als erster Namensträger ist Heinrich von Gemmingen 1165 faßbar als Besucher des Turniers in Zürich, weiter 1233 Hertlieb und Albert von Gemmingen in Hirsau. Ein Johann von Gemmingen wird 1259 als kaiserlicher Landvogt in Sinsheim erwähnt - er gilt als Stammvater der heute lebenden Gemmingen.

Die Freiherren von Gemmingen sind in vier Hauptstämme unterteilt:

  • G.-Gemmingen = später G.-Guttenberg. Stammahn: Hans von Gemmingen d. Reiche (1394-1490)

  • G.-Bürg = später G.-Hornberg. Stammahn: Dieter von Gemmingen d. J. (gest. 1359)

  • G.-Hagenschieß = später Gemmingen-Steinegg. Stammahn: Dietrich von Gemmingen d. Ä. (erwähnt um 1339)

  • G.-Michelfeld. Stammahn: Hans von Gemmingen der Kecke, genannt Keckhans (1431-1487)

Eine Abspaltung sind die Herren von Gemmingen-Massenbach, die aber das gleiche Wappen wie die Hauptlinien führen. Auch heute blüht das Geschlecht derer von Gemmingen, die einen Familienverband gegründet haben und zweijährlich auf Familientreffen den Zusammenhalt fördern.

Die Freiherren von Gemmingen waren im schwäbischen Ritterkreis und im Ritterkanton Odenwald tätig. Bedeutende Familienmitglieder sind die vier Ritterhauptleute im Ritterkanton Odenwald: Weiprecht von Gemmingen (gest. 1680), Reinhard von Gemmingen (1652), ein zweiter Reinhard von Gemmingen (1717-1750) sowie Philipp von Gemmingen (1777-1785). Berühmt ist Wolf von Gemmingen, der 1648 bei den Friedensverhandlungen in Osnabrück die gesamte Reichsritterschaft vertrat. Sein Ziel, der Reichsritterschaft Sitz und Stimme im Reichstag zu verschaffen, scheiterte jedoch an der Wahrnehmung der Reichsritterschaft als eigenen Stand. Reinhard von Gemmingen (1675-1707) war badischer Oberhofmarschall, Geheimrat und Regierungspräsident.

Im Dienste der Kirche gibt es drei Bischöfe und einen Fürstabt: Johann Konrad von Gemmingen war 1595-1612 Fürstbischof von Eichstätt, Johann Otto von Gemmingen war 1591-1598 Bischof von Augsburg, Uriel von Gemmingen war 1508-1514 Erzbischof von Mainz und Kurfürst, und schließlich war Andreas von Gemmingen 1316-1320 Fürstabt des Klosters Hersfeld.

 

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Gemmingen: Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4

 

 

5. Epitaph des Wolf Kämmerer von Worms, gt. von Dalberg und der Gertrud von Greiffenclau

Dieses Doppelepitaph befindet sich an der nördlichen Stirnwand des nördlichen Querhauses. Nebeneinander sind Wolf Kämmerer von Worms, gt. von Dalberg (Burgmann und Bürgermeister in Oppenheim, 1459 kurpfälzischer Hofmarschall, gest. 1476), und seine Frau Gertrud von Greiffenclau (gest. 1502) abgebildet.

Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Hier ist der Flug etwas stiefmütterlich behandelt worden, eigentlich sind es nur zwei lange Federn. Helmdecken blau-golden.

Das Stammwappen Greiffenclau-Volrads ist ein silbern-blau geteilter Schild, belegt mit einer goldenen Lilienhaspel (Glevenrad). Helmzier eine goldene Greifenklaue mit silbern-blauer Befiederung. Helmdecken blau-silbern. Das vermehrte Wappen ist geviert: Feld 1 und 4: Greiffenclau-Vollraths, silbern-blau geteilt, darüber ein goldenes Glevenrad. Feld 2 und 3: Ippelbrunn, in Schwarz ein silberner Schräglinksbalken. Helmzier eine goldene Greifenklaue mit silbern-blauer Befiederung. Das Kleinod von Ippelbrunn taucht nicht auf. Helmdecken gespalten, rechts blau-silbern, links schwarz-silbern.

Zur Genealogie: Wolff(gang) Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (4.9.1426 - 20.9.1476), ist der Sohn von Johann Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (vor 1419 - 2.7.1431, im Kampf gefallen) und Anna v. Helmstatt (- 10.4.1466) und der Enkel von Johann (Hennichin) Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg, Ritter (- 9.10.1415) und Anna v. Bickenbach (- 22.5.1415), deren Epitaph im gegenüberliegenden Querhausarm steht.

Gertrud Greiffenclau v. Volrads (- 10.8.1502) ist die Tochter von Friedrich Greiffenclau v. Volrads (geb. 8.3.1401, 1428 Ritter, 1454 Reise nach Jerusalem, 1456 Franziskanermönch zu Taxa bei Ragusa, gest. 1462) und Alheid v. Langenau und Enkelin von Friedrich Greiffenclau v. Volrads (gest. ca. 1419) und Irmgard v. Ippelbrunn (- 31.12.1425).

Ihre Kinder sind:

  • Wolf Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (27.7.1454 - 1473), ohne Nachkommen

  • Johann Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (14.8.1455 - 27.7.1503); Dr. iuris utriusque, 1472 Domherr zu Worms und Speyer, 1474 Rektor der Universität Pavia, 1475 Domherr zu Trier, 1478 Domherr zu Mainz, 1480 Dompropst, 1482 kurpfälzer Kanzler, 1482/1503 Bischof v.Worms, Kanzler der Universität Heidelberg, kinderlos

  • Dieter Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 1467), kinderlos

  • Friedrich Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (10.2.1459 - 12.11.1506), vermählt mit Katharina von Gemmingen (siehe anderes Epitaph), 9 Kinder

  • Margareta Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 1521)

  • Guda Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (vor 1464 - nach 1506)

  • Dieter Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 9.2.1530), vermählt mit Anna von Helmstatt, 9 Kinder

  • Gertrud Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 7.4.1520)

  • Wolfgang Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (1473 - 25.1.1522/28.1.1523), 2 Ehen, kinderlos

  • Anna Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (1458 - 8.11.1503)

  • Apollonia Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 12.4.1524)

  • Barbara Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- nach 1504)

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9

 

6. Grabplatte des Conrad von Hanstein

Im Chor der Katharinenkirche befindet sich die Grabplatte des Conrad von Hanstein, gest. 23.03.1553. Er war kaiserlicher Kriegsrat und Oberst. Unter alten Urkunden findet sich vom 1.8.1537 ein Paß für den kaiserlichen Leutnant Conrad von Hanstein. Vom 10.11.1541 datiert ein Bestallungsbrief des Landgrafen Philipp von Hessen für den Oberfußknechthauptmann Conrad von Hanstein. Vom 12.06.1548 datiert ein Bestallungsbrief von Maria von Burgund als Oberst eines Regimentes deutscher Fußknechte.

Sein Epitaph hängt vor der südlichen Turmhalle, ein prachtvolles Hochrenaissance-Meisterwerk, vermutlich von Dietrich Schro, welches den bärtigen Ritter in voller Rüstung in hervorragender Plastizität modelliert. Das Hanstein-Wappen allerdings findet sich hier auf der Platte im Chor der Katharinenkirche. Das Beispiel zeigt den Unterschied zwischen Grabplatte und Epitaph - letzteres ist eine Gedenktafel für einen Verstorbenen, die unabhängig vom tatsächlichen Begräbnisort des Verstorbenen angebracht werden kann und meist an gut sichtbarer Stelle wirkungsvoll an denjenigen erinnert, während das eigentliche Grab woanders liegt.

Die von Hanstein sind ein uradeliges Geschlecht aus dem Eichsfeld, von den Vitzthum von Apolda abstammend, wo sie Vicedome der Erzbischöfe von Mainz auf der Burg Rüsteberg (gerüsteter Berg, Rusteburg, ehemalige Mainzische Burg bei Göttingen, Mitte des 18. Jh. abgebrochen) waren. Der Name Hanstein kommt von Hagen, Hag = Einhägung, Einhegung. Weitere frühe Varianten des Namens sind Hanenstene, Haninstein, Hanenstein, Hagenstein, Hansteyn etc., wovon die abgeschliffene Form Hanstein sich letztendlich durchsetzte. Der erste des Geschlechtes, der urkundlich erscheint, ist Theodoricus I im Jahre 1121, dann 1122 Lamberdus vicedominis in Rusteberge. Das Wappen ist zuerst nachweisbar auf einem Siegel des Heidenreich von Hanstein (Heithenricus de Hanenstene) aus dem Jahre 1244. Die Burg Hanstein liegt in der Nähe der Rusteburg. Ab Anfang des 13. Jh. erscheint die Familie als Burgmannen und Vicedome im Dienste der Mainzer Erzbischöfe auf Burg Hanstein, zuerst der genannte Heidenreich von Hanstein, der als Stammvater des Geschlechts gilt.

Die nächste Stufe zur eigenen Herrschaft kam im Jahre 1308, am 4.10.: Heinrich d. Ä. und Lippold von Hanstein schlossen einen Vertrag mit Peter von Aspelt, Erzbischof von Mainz, des Inhalts: Sie, die von Hanstein, erbauen die baufällig gewordene Burg komplett neu mit ihrem eigenen Kapital, und dafür bekommen sie und ihre Nachkommen das Recht, für immer Erbburgmänner auf derselben zu sein. Und so blieb die Burg Hanstein durchgehend in ihrem Besitz, bis sie zur Ruine wurde. Auch heute noch ist die bei Bornhagen (Thüringen) gelegene Burg eine der größten und beeindruckendsten Ruinen Mitteldeutschlands.

Das wohlhabend gewordene Geschlecht ließ sich aber immer mehr auf umliegenden Ritterhöfen nieder, in Besenhausen, Bornhagen, Werleshausen, Wahlhausen, Ershausen, Oberelle, Henfstedt, Geismar, schließlich war im Jahre 1683 die Stammburg „wüst und unbewohnt“ und diente nur noch familiären Zusammenkünften des Familienverbandes.

Im Laufe der Zeit verzweigte sich die Familie in viele Linien, nach Thüringen, Sachsen, Preußen, Hessen, und mehrere Adelserhebungen sind verzeichnet, so am 10.7.1706 die Erhebung in den Reichsfreiherrenstand für Johann von Hanstein, Generaladjutant der Generalstaaten der Vereinigten Niederlande, am 31.1.1840 der preußische Freiherrenstand für Karl von Hanstein, kurfürstlich hessischer Staatsminister, am 31.1.1819 der preußische Freiherrenbrief für Emil von Hanstein, kurhessischer Minister a. D. und am 16.2.1891 die Anerkennung des Freiherrenstandes in Sachsen-Meiningen für Albert von Hanstein et al.

Das Wappen der von Hanstein ist einer großen Variationsbreite unterworfen.

 

Variante 1: In Silber 3 (2:1) zunehmende (Spitzen also heraldisch rechts, optisch links) schwarze Mondsicheln. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken eine oben mit einem Busch schwarzer Hahnenfedern besteckte silberne Säule (ein silberner Schaft), die (der) in seiner Mitte von zwei auswärts gekehrten schwarzen Mondsicheln beseitet ist (also heraldisch rechts zunehmend, heraldisch links abnehmend). Dies ist das Stammwappen, wie es auch an der Burgruine Hanstein zu sehen ist (ungekrönter Helm). Genau so wurde das Wappen auch von der Familie von Hanstein aus Hanstein-Rimbach am 20.9.1990 in die Deutsche Wappenrolle eingetragen (Nr. 9279/90), aber mit gekröntem Helm.

Variante 2: In Silber 3 (2:1) abnehmende (Spitzen also heraldisch links, optisch rechts) schwarze Mondsicheln, ansonsten wie oben beschrieben. Dies war das in nachmittelalterlicher Zeit bevorzugt geführte Wappen, dem wir auch in Oppenheim begegnen. Helmzier wie oben.

Variante 3: In Silber 3 (2:1) schwarze Mondsicheln, die oberen mit ihren Spitzen nach außen, die untere mit ihren Spitzen nach unten gekehrt. Helmzier wie oben.

Variante 4: In Silber 3 (2:1) schwarze Mondsicheln, die oberen mit ihren Spitzen nach außen, die untere zunehmend. Helmzier wie oben.

Es gibt auch Varianten mit einer Helmzier ohne Schaft, wo der Federbusch direkt aus der Helmkrone hervorkommt, und aus den Hahnenfedern können in einigen Darstellungen Straußenfedern werden, und die Federn können nicht ganz schwarz, sondern schwarz-silbern-schwarz-silbern-schwarz sein. Die Helmkrone kann vorhanden sein oder entfallen oder durch einen Wulst ersetzt werden, je nach Quelle und Linie. Heutzutage ist der DWR-Eintrag als verbindlich anzusehen, mit Helmkrone, mit Schaft, mit durchweg schwarzen Hahnenfedern.

Das Wappen in der Katharinenkirche wird oben von zwei kleinen Schilden der Eltern begleitet, stark verwittert, oben rechts die Hansteiner Mondsicheln, oben links ein Vogelbein. Die Helmzier des vorliegenden Beispieles ist gegenüber der Stammhelmzier um zwei große Straußenfedern rechts und links der Säule erweitert.

 

 

7. Epitaph Wolf von Dalberg und Agnes von Sickingen

 

Das nächste große Epitaph erinnert an Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (1473 - 25.1.1522), Burgmann in Oppenheim, und an seine Frau Agnes v. Sickingen (- 26.6.1517). Sie war seine erste Frau, danach ging Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg noch eine Verbindung mit Walpurga Lorichia v. Cronberg ein, die ebenso kinderlos blieb. Eltern und Bruder des Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg sind ebenfalls mit Grabdenkmälern in der Katharinenkirche vertreten. Beide Figuren stehen auf einem Sockel und sind mit einem rundbogig geschlossenen schmalen Rahmen eingefaßt. Beide Figuren blicken den Betrachter frontal an, er in voller Rüstung, aber mit abgelegtem Helm, vollbärtig, in der vor den Körper gehaltenen Rechten einen Rosenkranz haltend, die Linke am Schwert, sie mit zum Gebet zusammengelegten Händen. Das Epitaphium stammt vermutlich aus der Werkstatt des Leonhard Syfer.

Zur Genealogie:

Eltern des Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg:

  • Wolff(gang) Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (4.9.1426 - 20.9.1476)

  • Gertrud Greiffenclau v. Vollrads (-10.8.1502)

Großeltern des Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg:

  • Johann Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (- 2.7.1431)

  • Anna v. Helmstatt (- 10.4.1466)

  • Friedrich Greiffenclau v. Vollrads, Ritter (8.3.1401 - 1462)

  • Alheid v. Langenau

Eltern der Agnes v. Sickingen:

  • Swicker v. Sickingen (1443 - 1505)

  • Margareta dictus Pullaere, v. Hohenburg (- 26.6.1517/1507)

Großeltern der Agnes v. Sickingen:

  • Reinhard v. Sickingen (- 29.11.1471/1472)

  • Schonette v. Sien (- 1.1.1483)

  • Wirich III. dictus Puller v. Hohenburg

  • Gertrud Boos v. Waldeck (vor 1434 - 3.4.1468)

Insgesamt finden wir 12 Wappenschilde am Epitaph, über jeder Figur ein Allianzwappen der jeweiligen Eltern mit einander zugeneigten Schilden, dazu vier an den Sockeln und vier über den Bögen, jeweils paarweise einander zugeneigt. Eine klassische Ahnenprobe umfaßt 2, 4, 8, 16 oder 32 Wappenschilde, bei der Anzahl 12 liegt eine gewisse Auswahl zugrunde.

 

Abb.: Wappen der Eltern von Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg

 

Das Wappen der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg zeigt unter einem mit drei Spitzen abgeteilten goldenen Schildhaupt in Blau 6 (3:2:1) silberne Lilien (Kämmerer von Worms). Helmzier: Ein wie der Schild bez. Flug. Helmdecken blau-golden. Hier ist das Wappen Wolff(gang) Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg (4.9.1426 - 20.9.1476) zuzuordnen, dem Vater des Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (1473 - 25.1.1522). Als einziger Wappenschild ist er mit einem Helm versehen, vermutlich weil es der wichtigste Wappenschild des gesamten Epitaphes ist.

Helmzier eine goldene Greifenklaue mit silbern-blauer Befiederung. Helmdecken blau-silbern. Das vermehrte Wappen Greiffenclau-Vollrads ist geviert: Feld 1 und 4: Greiffenclau-Vollrads, silbern-blau geteilt, darüber ein goldenes Glevenrad (Lilienhaspel, Stammwappen). Feld 2 und 3: Ippelbrunn, in Schwarz ein silberner Schräglinksbalken. Helmzier eine goldene Greifenklaue mit silbern-blauer Befiederung. Das Kleinod von Ippelbrunn taucht nicht auf. Helmdecken gespalten, rechts blau-silbern, links schwarz-silbern. Hier ist das Wappen Gertrud Greiffenclau v. Vollrads (-10.8.1502) zuzuordnen, der Mutter des Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (1473 - 25.1.1522).

Abb.: Wappen der Eltern von Agnes v. Sickingen (- 26.6.1517)

 

Wappen Sickingen: In Schwarz 5 (2:1:2) silberne Kugeln (die Swicker-Linie hatte noch einen roten Bord.) Helmzier wäre ein silberner Schwanenrumpf, rückwärts mit hahnenfedergezierten roten Kugeln (auch als rote Äpfel mit drei schwarzen Blättern interpretiert) besteckt. Helmdecken rot-silbern (Gruber) bzw. schwarz-golden / schwarz-silbern (Rahrbach). Eine der bedeutsamsten südwestdeutschen Ritterfamilien, der Stammsitz ist Sickingen im Kraichgau. Wichtige Familiensitze waren Landstuhl und Ebernburg. 1632 Reichsfreiherren, eine Linie 1773 Reichsgrafen, ausgestorben 1835. Der Letzte der von Sickingen starb 1932 in Wien, womit die ganze Familie erlosch. Hier ist das Wappen Swicker (Schweickard) v. Sickingen (1443 - 1505) zuzuordnen, dem Vater der Agnes v. Sickingen (- 26.6.1517), kurpfälzischer Rat, Amtmann zu Ebernburg, 1480 Amtmann zu Kreuznach, zu Bacharach, pfälzischer Groß-Hofmeister in Heidelberg, Vater des berühmten Franz von Sickingen. Er besaß Keffenach und Birlenbach/Elsass und Büren, saß zu Ebernburg und zu Sien. 1482 Kauf der Ebernburg.

Wappen Puller von Hohenburg: Von Gold und Blau gespalten, hinten ein goldener Stern. Helmzier wäre ein Jagdhorn vor einem Pfauenstoß (Pfauenwedel). Hier ist das Wappen Margareta dictus Pullaere, v. Hohenburg (- 26.6.1517/1507, Tochter des Wyrich Puller von Hohenburg) zuzuordnen, der Mutter der Agnes v. Sickingen (- 26.6.1517). Margareta brachte ihrem Gemahl den Teilbesitz von Landstuhl und Hohenburg ein. Die Stammburg der Puller von Hohenburg liegt im Unterelsaß westlich von Weißenburg; an der Ruine ist heute noch ein gut erhaltenes Sickingen-Wappen zu erkennen. In der Manessischen Liederhandschrift taucht das Wappen unter "der Püller" ohne den Stern auf.

In der Sockelzone finden wir vier weitere Wappenschilde, die sich Ahnen jenseits der Großeltern zuweisen lassen, je zwei für jede Figur.

 

Abb.: Wappen am Sockel der Figur von Wolfgang Kämmerer von Worms genannt von Dalberg

 

Hier ist das Stammwappen der Knebel von Katzenelnbogen (in der Inschrift Knebel von ..aczenelnbog) in gewendeter Form abgebildet: In Silber ein rotes Schildchen, im rechten Obereck von einem schwarzen Ring begleitet. Helmzier wäre ein rotes rechtes und ein silbernes linkes Eselsohr. Helmdecken wären rot-silbern.

Das Wappen der Herren von Meckenheim (die Inschrift erlaubt nur noch die Buchstaben M.....enh...m zu erkennen) ist von Schwarz und Silber geteilt mit einem Balken in verwechselten Farben. Helmzier wäre ein rot bekleideter Mannesrumpf, statt der Arme wie der Schild bez. Flügel. Helmdecken wären rot-silbern nach Siebmacher Bayern, schwarz-silbern nach Zobel. Auch mit alternativen Kleinod für Rudgar von Meckenheim. Es handelt sich um Uradel der Rheinpfalz, im Siebmacher Bayern beschrieben. Im 16. Jh. erloschen.

 

Abb.: Wappen am Sockel der Figur von Agnes v. Sickingen (- 26.6.1517)

 

Das Wappen der Herren von Nackheim (durch Inschrift ausgewiesen) zeigt in Gold vier rote Leisten. Im Siebmacher Nassau wird das Wappen als von Gold und Rot achtmal geteilt geschrieben für Frank von Nackheim 1428. Hier jedoch ist deutlich die verminderte Breite der Leisten zu erkennen. Die Familie stammt aus Nackenheim bei Mainz. Alternative Schildbilder für verschiedene Familienmitglieder werden im Siebmacher beschrieben. Bei Zobel sind die schmalen Leisten wie hier am Original abgebildet.

Die Hirten von Schöneck (so die Inschrift), oder Hurth von Schöneck zeigen nach Gruber in Schwarz einen silbernen Adler, rot bewehrt, Helmzier eine rote, nach oben gerichtete Adlerklaue. Helmdecken schwarz-silbern. Gruber beschreibt das Wappen für Richard Hurth von Schöneck 1420. Eine Variante beschreibt er für Welter (Hurth) von Schöneck, Burgmann zu Schöneck, 1379, das Feld als Variante mit Schindeln bestreut. Dsgl. bei Zobel.

Abb. links: Wappen von Helmstatt, Abb. rechts: Wappen von Sien

 

Über den Bögen finden wir paarig angeordnete Wappen der Großeltern. Optisch ganz links ist das Wappen von Helmstatt, Anna v. Helmstatt (- 10.4.1466) zugehörig: In Silber ein schwarzer auffliegender Rabe (bisweilen gekrönt, hier nicht). Kleinod wäre ein schwarzes und ein silbernes Büffelhorn. Helmdecken wären schwarz-silbern. Der Schild gegenüber wäre Alheid v. Langenau zuzuordnen, es sind keine Inhalte mehr zu erkennen. Über der Frauenfigur befindet sich optisch links das Wappen von Sien für Schonette v. Sien (- 1.1.1483), fünfmal geteilt mit 8 (3:3:2) schräggestellten Objekten in den Plätzen 2, 4 und 6. Gruber beschreibt für Gerhard von Sien, Edelknecht 1393, das Wappen als schwarz-golden fünfmal geteilt, die goldenen Felder mit (3:2:1) Hermelinschwänzen belegt. Helmzier zwei wie der Schild bezeichnete Büffelhörner, Helmdecke schwarz-golden. Optisch ganz rechts schließlich finden wir den Schild für die Boos von Waldeck (Gertrud Boos v. Waldeck (vor 1434 - 3.4.1468)), deren Wappen in Rot drei schrägbalkenweise aneinandergestellte, rautenförmige, silberne Schnallen (Rincke) besitzt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken befände sich ein schwarzer Flug, belegt mit einer Scheibe mit dem Schildbild. Da die anderen vier großelterlichen Wappen identisch sind mit den bereits über den Köpfen innerhalb der Bögen gezeigten, entfallen sie.

 

8. Epitaphien und Grabplatten im Westbereich

An das 1340 fertig gestellte Hauptschiff wurde in der Spätgotik ein 1439 eingeweihter Westchor angefügt, ein großer stilistischer Unterschied zum Hauptschiff. Auch hier sind bedeutende Bildhauerarbeiten zu finden.

Agnes von Helmstatt, geb. von Venningen
gestorben 22.4.1608, Witwe des Erasmus von Helmstatt. Die Inschrift lautet: "VFF FREYTAG DEN 22. APRILLIS ANNO 1608 STARB DIE EDLE VND TVGENTSAME..... VENNINGEN DEREN GOTT GENADT AMEN". In der Mitte der Platte ist das Ehewappen Helmstatt/Venningen zu sehen, außen herum befinden sich in den vier Ecken vier Ahnenwappen, oben sind das Venningen und Landschad.

Wappen Helmstatt: In Silber ein schwarzer auffliegender Rabe (bisweilen gekrönt, hier nicht). Das Wappen ist hier gewendet. Die von Helmstatt sind eines Stammes mit den Herren von Mentzingen und den Göler von Ravensburg, und sie führen alle drei den Raben im Wappen. Der gemeinsame Stammvater ist Raban von Wimpfen, staufischer Reichsministeriale. Hinsichtlich ihrer Helmzier unterscheiden sich die drei Geschlechter. So haben die Göler von Ravensburg als Kleinod Kopf und Hals des Raben, hinten am Hals ein goldener (oder silberner) Kamm mit 5 goldenen (oder silbernen) Spitzen, die meistens mit ebenso vielen Pfauenfedern (Pfauenspiegeln) besteckt sind, und die von Helmstatt ein schwarzes und ein silbernes Büffelhorn auf gekröntem Helm, die Herren von Mentzingen einen wachsenden silbernen Schwan mit goldenem Schnabel, häufig gekrönt, die Flügel mit goldenen Saxen, Schwungfedern des Schwanes schwarz und mit silbernen Sternen, Kreuzchen oder mit Lindenblättern belegt. Helmdecken schwarz-silbern. Hier ist eine Spielart der Göler-Helmzier abgebildet, Kopf und Hals des Raben, hinten am Hals ein Kamm mit 5 Kugeln, jede mit einem Hahnenfederbusch besteckt. Die Helmdecken sind in jedem Falle schwarz-silbern.

Wappen Venningen: In Silber 2 rote ins Andreaskreuz gesetzte Lilienstäbe (Glevenstäbe). Helmzier eine silberne Bischofsmütze, oft rot eingefaßt, die Mütze mit den gekreuzten zwei roten Lilienstäben belegt, oben mit schwarzen Hahnenfedern besteckt. Die Helmdecken sind rot-silbern.

Wappen Landschad von Steinach: In Gold eine schwarze Harfe. Die Helmzier ist ein gekröntes Männerhaupt mit wild wucherndem Haupt- und Barthaar, auch als Davidshaupt bezeichnet, das Haar die Helmdecke ersetzend.

 

Anna Schütz von Holtzhausen geborene von Sickingen
Witwe des Eberhard Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg, verheiratet in zweiter Ehe mit Reinhard Schütz von Holtzhausen. In der Mitte der Platte ist das Ehewappen Schütz von Holtzhausen/Sickingen zu sehen, außen herum befinden sich in den vier Ecken vier Ahnenwappen. Diese anderen vier Wappenschilde sind vom Zahn der Zeit erheblich mitgenommen worden, in der optisch linken oberen Ecke ist das Wappen Sickingen in Wiederholung zu sehen, in der optisch linken unteren Ecke befindet sich das Wappen von Andlau. Alle vier sind Ahnen aus der Familie von Anna.

Wappen Schütz von Holtzhausen: In Gold drei (2:1) schwarze Eisenhüte (Kesselhüte) mit herabhängender roter Riemenschleife. Die Helmzier ist ein golden mit schwarzem Kragen gekleideter (var. von Schwarz und Gold geteilter) Mannesrumpf ohne Arme, auf dem Haupte einen schwarzen Eisenhut wie im Schild tragend. Helmdecken schwarz-golden. Die Familie kommt aus dem Hessischen und Nassauischen, aus Merenberg bei Weilburg oder Heckholzhausen bei Runkel, stammend, weil die in den ältesten Urkunden vorkommenden Schütz den Beinamen "von Merenberg" führen, der sich später in "von Holzhausen" änderte. 1325 finden wir noch einen Giselbert Schütz von Merenburg, 1457 führt Heinrich Schütz zuerst den Beinamen von Holzhausen, und von da an blieb diese Variante bestehen. Die Familie war reichsritterschaftlich.

Wappen Sickingen: In Schwarz 5 (2:1:2) silberne Kugeln (die Swicker-Linie hatte noch einen roten Bord.) Helmzier wäre ein silberner Schwanenrumpf, rückwärts mit hahnenfedergezierten roten Kugeln (auch als rote Äpfel mit drei schwarzen Blättern interpretiert) besteckt. Helmdecken rot-silbern (Gruber) bzw. schwarz-golden / schwarz-silbern (Rahrbach).

 

Eberhard Ludwig Schenk von Schmidtburg
"Reichsfreiherr Eberhard Ludwig Erbschenck von Schmittburg, Herr zu Weiler und Lienbach", gestorben 1783, Oberst in holländischen Diensten, vermählt mit Ernestine Elisabeth von Gemmingen zu Bürg.

Das Wappen der Schenk von Schmidtburg zeigt in Schwarz einen silbernen Rinck. Helmzier auf einem schwarzen Turnierhut mit silbernem Stulp eine grüne Eiche. Helmdecke schwarz-silbern. Zwei Pferde dienen als Schildhalter, ferner wird das Wappen unten begleitet von militärischen Attributen wie Fahnen und Trommeln. Ein Rink oder Rinck ist eine Gürtelschnalle, die in der Regel als breitrandiger rautenförmiger Schnallenkörper mit heraldisch links gelagertem und nach rechts spitz zulaufendem Dorn dargestellt wird. Die Art der Befestigung des Dornes ist variabel, sie kann an ein oder zwei Punkten erfolgen. Die Schnalle wird gerne in den Metalltinkturen dargestellt, also gold oder silber, sie kann mit farbigen Steinen belegt sein, was aber in der Regel beim Blasonieren angegeben wird. Mit dem Begriff "Rinck" eng verbunden ist auch die alte Berufsbezeichnung "Rincker, Rinker", der Spangenmacher, der Hersteller von Schnallen, Ringen etc.

 

Theodor Friedrich Pletz
Theodor Friedrich Pletz, gestorben 1635, war Syndikus der Universität Heidelberg und Neffe des Jakob Pletz, gestorben 1609, in Oppenheim kurpfälzischer Landschreiber.

Die Schildbilder sind stark verwittert, doch ist zu erkennen, dass die Helmzier der heraldisch rechten Wappens, ein geschlossener Flug, das Schildbild wiederholt, und was im Schildbild wie Kugeln aussieht, hat in der Helmzier noch die Feinstruktur eines Balkens, der von drei (2:1) Muscheln begleitet wird.

 

Hanns Wolff von Bettendorf
Hans Wolf von Bettendorff, gestorben 1584. Aus der Familie stammte der 1580 verstorbene Wormser Bischof Dietrich von Bettendorff. ANNO DOMINI 1584 DEN 26: TAG IVNY STARB DER EDEL VND ERNVEST HANNS WOLFF VON BETTENDORFF ZV OPPENHEIM VND ALDA ZVR ERDEN BESTHETIGET WORDEN DEM GOT EIN FRÖLICHE AUFFERSTEHVNG VERLEIHE AMEN"

Die Platte zeigt in der Mitte die beiden Vollwappen Bettendorf und Venningen sowie in den vier Ecken die Wappenschilde der Ahnenprobe.

Das Stammwappen der Freiherren von Bettendorf ist in Rot ein silberner Ring. Die zugehörige Helmzier ist auf rot-silbernem Wulst ein silberner Ring, oben besteckt mit einem schwarzen Hahnenfederbusch (auch als Reiherfedern angesprochen, auch in der Anzahl 7 einzeln um den Ring gesteckt vorkommend). Die Helmdecke ist rot und silbern.

Wappen Venningen: In Silber 2 rote ins Andreaskreuz gesetzte Lilienstäbe (Glevenstäbe). Helmzier eine silberne Bischofsmütze, oft rot eingefasst, die Mütze mit den gekreuzten zwei roten Lilienstäben belegt, oben mit schwarzen Hahnenfedern besteckt. Die Helmdecken sind rot-silbern.

Das gleiche Wappen mit dem Ring der von Bettendorf wiederholt sich im heraldisch rechten oberen Eck der Platte. Das Wappen links oben zeigt ein Adlerbein oder Greifenbein, keine namentliche Zuordnung vorhanden.

Heraldisch unten rechts Wappen befindet sich das Wappen Brack: Es ist ein redendes Wappen, denn es zeigt eine sitzende, hier nach innen gewendete Bracke, eine der drei heraldischen Ausprägungsmöglichkeiten eines Hundes. Eine Bracke hat in der Regel Schlappohren und ein einfaches Halsband, ein Rüde besitzt spitze Stehohren und ein Stachelhalsband, und die dritte Ausprägung eines Hundes ist das Windspiel mit entsprechend schlankem Körper.

Das vierte Wappen in der heraldisch linken unteren Ecke zeigt einen Maueranker, keine namentliche Zuordnung vorhanden.

Johann Melchior Meyel
Johann Melchior Meyel, gestorben 1598, Schaffner von Mariacron. Er war zweimal verheiratet, wobei der Grabstein seiner ersten Frau Elisabeth Pletz verschollen ist, der seiner zweiten Ehefrau Anna Schuler sich ebenfalls in der Kirche befindet. "ANNO DOMINI 1598 QVINTA DIE MARTII IN CHRISTO PIE OBDORMIVNT....."

Diese Platte besitzt drei Wappen. Das mittlere ist das Wappen Meyel und zeigt drei (2:1) Vasen, auf dem Helme wiederholt sich eine mit Schmucknoppen versehene Vase zwischen einem Paar Büffelhörnern. Auf der heraldisch rechten Seite ist der Wappenschild für seine erste Frau zu sehen, ein von drei (2:1) Muscheln begleiteter Balken. Auf der heraldisch linken Seite zeigt der Wappenschild für seine zweite Frau eine liegende, mit den Spitzen nach oben gekehrte Mondsichel zwischen oben und unten je einem achtstrahligen Stern.

 

Philipp Eckhart Schütz von Holzhausen
Philipp Eckhart Schütz von Holtzhausen, gestorben 1593, war kurpfälzischer Amtmann zu Otzberg um Umstadt.

Das heraldisch rechte Wappen ist das der Schütz von Holtzhausen: In Gold drei (2:1) schwarze Eisenhüte (Kesselhüte) mit herabhängender roter Riemenschleife. Die hier vom Zahn der Zeit erheblich mitgenommene Helmzier ist ein golden mit schwarzem Kragen gekleideter (var. von Schwarz und Gold geteilter) Mannesrumpf ohne Arme, auf dem Haupte einen schwarzen Eisenhut wie im Schild tragend. Helmdecken schwarz-golden.

Das heraldisch links Wappen zeigt einen aufspringenden Fuchs, der eine Gans am Hals in seinem Rachen trägt. Die Helmzier zeigt Kopf und Hals des wachsenden Fuchses mit der Gans im Rachen. Damit kann dieses Wappen den von Bobenhausen (in Rot ein goldener Fuchs, der eine silberne Gans im Maul hält, Helmzier der Fuchs mit Gans wachsend, Helmdecken rot-golden) zugeordnet werden, einem uradeligen fränkischen und schwäbischen Geschlecht.

 

Heinrich zum Jungen
Heinrich zum Jungen, Burgmann und Schultheiß zu Oppenheim, und seine Ehefrau Gisela geb. v. Weikersheim, gest. 1437 und 1444. Interessanterweise befindet sich auf der Rückseite eine erste Version des Epitaphs, die dann offensichtlich verworfen wurde.

Beide Personen stehen nebeneinander und blicken den Betrachter frontal an, beide mit zum Gebet gefalteten Händen, mit Löwe und Hund zu Füßen. Ein gotischer Eselsrückenbogen mit einem zwischen beide Personendarstellungen ragendem Element läuft oben in eine Kreuzblume aus, die von zwei Wappenschilden, eines zu jeder Seite, begleitet wird und mit ihrem oberen Teil auf dem Inschriftenfeld zu liegen kommt. Ein dritter Wappenschild mit einem der im Mittelrheintal so häufig vorkommenden Schildchen ist dem linken unteren Rand aufgelegt.

Der linke Wappenschild ist dem Geschlecht zum Jungen zuzuordnen, in Rot drei silberne, golden beschlagene Jagdhörner (Hifthörner) mit verschlungenen Bändern pfahlweise übereinander. Die Mündungslöcher zeigen hier nach innen, weil der Wappenschild aus Courtoisie gewendet ist. Die nicht abgebildete Helmzier wäre ein roter, hermelingestulpter Turnierhut, auf dem zwei gegeneinander gekehrte, nach außen gekrümmte, mit den Mündungsöffnungen nach unten gestellte Jagdhörner wie im Schilde befestigt sind. Helmdecken rot-silbern (nach Siebmacher Nassau). Es handelt sich um ein Mainzer Patriziergeschlecht, das auch in Frankfurt ansässig war und Anfang des 18. Jh. erlosch.

Der Wappenschild der Ehefrau zeigt ein Adlerbein oder Greifenbein.

 

Hans von Wolfskehl
Hans von Wolfskehl und Ehefrau Anna geb. von Gemmingen, gestorben 1505 bzw. 1504. Das schlanke, kräftig durchmodellierte, den Ritter fast vollrund ausgearbeitet in einer konkaven Rundbogennische zeigend, aber stark beschädigte (es fehlen Kopf, Hände, Teile der Helmzier, beide Fußspitzen, große Teile des Schwertes, Dolch) Epitaph aus Sandstein von 3,04 m Höhe und 1,19 m Breite stammt aus dem Jahre 1519 und kommt aus der Meisterwerkstatt des Heidelberger Bildhauers Lienhart Seyffer, wie die Inschrift auf dem Sockel mit Meisterzeichen und Datum verrät (AN(N)O DIM(INI) 1519 M(EISTER) L(IENHARD) Z(EYFER) P(ILDHAVER) V(ON) H(EIDELBERG) S(CULPSIT) - Im Jahre des Herrn 1519 hat es der Bildhauer Lienhart Seyffer aus Heidelberg angefertigt).

Die Inschrift rings um die Nische lautet: AN(N)O DIM (DOMINI) 1505 SA(M)STAG NACH VALENTIN(I) STARB T(ER) ERNVEST HANS VA(N) WOLFSKEL DE(M) GOT(T) GENA(D)T AN(N)O D(OMI)NI 1504 SA(M)STAG NACH VALE(N)TI(NI) STARB FA FRAW ANNA GEBOR(ENE) VA(N) GEMINGE(N) HANS(E)N VA(N) WOLFSKEL HA(V)SFRA(W) T(ER) GOT(T) GENA(D)T.

Die Inschrift nennt zwar des Ritters Frau Anna von Gemmingen beim Namen, dargestellt ist aber nur der in einen deutschen Riefelharnisch gekleidete Hans von Wolfskehl alleine. Man beachte die detailverliebte Ausarbeitung, die Scharniere, Schrauben, gedrehte Schmuckränder der Platten etc. erkennen läßt.

Der Stein mit der mittlerweile des Kopfes und der Hände beraubten Figur des Verstorbenen zeigt ein großes Wolfskehl-Vollwappen in der Mitte und vier Wappenschilde der Ahnenprobe außenherum. Diese Familie der von Wolfskehl darf nicht mit der gleichnamigen Familie in Franken mit dem Mohren als Schildbild verwechselt werden. Diese von Wolfkehl gehören zu einer hochinteressanten Wappengruppe des moselländischen und auch mittelrheinischen Gebietes mit dem Frauenarm, dessen Ärmel sackartig herunterhängt. Die von Wolfskehl zu Vetzberg (auch Voitzberg) sind eine weitverzweigte hessische Familie, sie führen den Frauenarm silbern in blauem Feld. Die Helmzier sind zwei silberne Arme mit sackartig herabhängendem Hängeärmel, die eine Rose emporhalten. Hier sind die Oberteile abgebrochen. Helmdecken blau-silbern. Die Burg Vetzberg liegt bei Gießen. Sie kommen im Nassauischen seit dem 14. Jh. vor und erloschen 1609. Im Gruber sind sie unter dem Namern von Kaltenborn gt. Vaitzberg zu finden, mit Fingerring in der Hand. Bei einer Linie der Wolfskehl zu Vetzberg, den von Wolfskehl zur Wolkenburg, hält der Arm eine rote Rose (Blume), wie auch hier zu sehen, mit vier Blütenblättern. Zu der Wappengruppe mit dem Frauenarm gehören ferner die Familien von Lössnich (Lösnich), von der Leyen, von Lieser (Lysur), Haller von Esch, von Wolmerath (Walmerath), von Arras, von Wyss gen. zu Guntreben, von Kröv, von Malberg, Vrais von Neuerburg

Die vier Wappenschilde der Ahnenprobe zeigen heraldisch oben rechts das Wolfskehl-Wappen wiederholt, oben links einen hängenden Flügel (Marschalck von Iben, auch: Marschall von Ueben, Marschall von Waldeck, in Schwarz ein gesenkter goldener Flügel, Helmzier ein schwarzer Turnierhut, in dessen goldenem Stulp zwei schwarz-golden übereck geteilte Federstöße stecken, Helmdecken schwarz-golden), unten rechts das Axteisen der von Frankenstein, unten links ein schrägrechtsgelegtes Saiteninstrument (Fiedel), von Lilien begleitet (Wilch von Alzey, Wilche von Alzey, in Blau eine schräggestellte Laute, begleitet von goldenen Lilien, Helmzier eine wachsende blau gewandete Mohrin, in jeder Hand eine Pfauenfeder. Helmdecken blau-silbern). Es gibt noch andere Versionen des Wappens, Gruber zeigt die laute schräglinks gestellt; die Truchseß von Alzey 1173-1360 und die Winter von Alzey 1291 zeigen die Laute von Schindeln begleitet.

 

 

Literatur, Links und Quellen:

Siebmachers Wappenbücher
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).

Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".

Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Burg Hanstein: http://syntheticex.homepage.t-online.de/syntheticex/Site/index.htm, http://www.vg-hanstein-rusteberg.de/index.php?id=burgruine_hanstein, http://www.burgruine-hanstein.de/
Burg Rusteberg: http://www.vg-hanstein-rusteberg.de/index.php?id=rusteberg

Evangelische Kirchengemeinde, Katharinenkirche Oppenheim http://www.katharinen-kirche.de
Dr. Dagmar Gilcher: Ein Denkmal und seine Pflege: Die Katharinenkirche in Oppenheim, aus: Die Rheinpfalz vom 08.09.07, http://www.katharinen-kirche.de/pdf/katharinenkirche.pdf
Oppenheim am Rhein, Rheinische Kunststätten Heft 3-4 / 1972, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.).
Martin Held, Die Katharinenkirche in Oppenheim: http://www.katharinen-kirche.de/pdf/diekatharinenkircheinoppenheimmitbildern.pdf
Ursula B. Thiel, Figürliche Epitaphien des Adels und der Geistlichkeit - Wege in die frühe Neuzeit. In: Traditionen, Zäsuren, Umbrüche, Beiträge zur 11. Internationalen Fachtagung für Epigraphik 2007 in Greifswald, Hrsg. von Christine Magin, Ulrich Schindel, Christine Wulf, Reichert Verlag Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-89500-597-8

Förderverein Katharinenkirche: http://www.foerderverein-sankt-katharinen.de/
Oppenheimer Geschichtsverein: http://www.oppenheimer-geschichtsverein.de/

 

Quelle für die gesamten Grabdenkmälerartikel mit herzlichem Dank an den Autor Herrn Dr. Bernhard Peter:

http://dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie944.htm

 

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die ORGEL

 

...erklingt seit Pfingsten 2006 und soll den Gottesdiensten in einer der schönsten gotischen Kirchen am Rhein einen würdigen akustischen Rahmen geben.

Um den Bau dieses anspruchsvollen Instrumentes zu ermöglichen, gründete sich 1997 der Orgelbauverein St. Katharinen, der durch das Sammeln von Spenden, dem Anwerben von Orgelpaten und dem Verkauf von alten Orgelpfeifen die Kirchengemeinde und den Kantor in ihren Finanzierungsbemühungen unterstützt.

Der renommierte Marburger Orgelbauer Gerald Woehl hat ein Instrument geschaffen, das nicht nur den Anforderungen des Raumes gerecht wird, sondern in dem auch 19 Register aus der Werkstatt des weltberühmten Eberhardt Walcker wieder zum Klingen gebracht werden konnten. Bis vor etwa 50 Jahren war eine Orgel dieses Meisters in der Katharinenkirche in Gebrauch, weswegen Albert Schweitzer und Max Reger oft nach Oppenheim kamen, um auf diesem von ihnen hoch geschätzten Instrument zu spielen. Aber 

noch harren zwei weitere Register von Walcker auf den Einbau,

noch ist die Finanzierung nicht abgeschlossen,

noch suchen wir Freunde der anspruchsvollen Orgelmusik, die uns helfen und unterstützen:

- Bitte besuchen Sie unsere Konzerte  (gerne senden wir Ihnen unser Kirchenmusik-Jahresprogramm zu; bitte geben Sie Ihre Adresse an den Orgelbauverein oder die Kirchengemeinde )

- Informieren Sie sich in der neuen Broschüre über die Orgel, die in der Kirche ausliegt

- Wir freuen uns über jede Spende (ab 50 € senden wir unaufgefordert eine Spendenquittung)

- Werden Sie Mitglied im Orgelbauverein  (Mitlieder erhalten das kirchenmusikalische Jahresprogramm der Kirchengemeinde zugeschickt und werden zu Sonderveranstaltungen exclusiv eingeladen) 

- Übernehmen Sie eine Patenschaft für eine neue Orgelpfeife 

- Erwerben Sie eines der Produkte des Orgelbauvereins oder der Kirchengemeinde rund um die neue Woehlorgel (z.B. eine CD mit den Einspielungen der erste Konzerte  oder die Festschrift "Faszination Orgel", die das Projekt neue Orgel, die Katharinenkirche, die Liturgiegeschichte und vieles andere zum Thema Musik und Religion interessant darbietet oder den Orgel-Wein, ein 2005er Riesling Kabinett aus dem Weingut Dr. Karl Heyden u.v.m.) erhältlich im Katharinenlädchen neben der Kirche oder über www.orgel-sankt-katharinen.de

                                                                                                       Foto: Johann Peter Reuter

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Das KIRCHENARCHIV der evangelischen Gemeinde Oppenheim 

 

Die gesamten Archivalien in der Stadt Oppenheim sind – bis auf anderwärts zufällig erhaltene Einzelfunde – in den Kriegswirren des 17. Jahrhunderts untergegangen, vollends bei der Stadtzerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg am 31. Mai 1689.

Dieser Zerstörung sind auch die Archive von Pfarrkirche und Stift zum Opfer gefallen. Nur Reste haben durch Zufall den Brand überstanden. Es ist nicht klar, wie und wo die Archivalien in den folgenden Jahrhunderten aufbewahrt wurden.

Als 1837 die ehemals lutherische Sebastianskirche abgerissen wurde, gerieten auch einige Schriftstücke aus deren Bestand in das Archiv der Katharinenkirche, viele Akten sind aber wohl vernichtet worden.

Etliche Archivalien gibt es weiterhin, die eigentlich zu den Beständen des Kirchenarchiv gehören müssten: so lagern auch Akten im Archiv der Stadt Oppenheim, die ihrem Ursprung nach zur Katharinenkirche gehören. Hier sind insbesondere die alten Kirchenbücher bis 1796 zu nennen. Auch der sogenannte Gatterer-Apparat im Landesarchiv Speyer bietet umfangreiches Schrifttum über Oppenheim und seine Kirchen (Vgl. den Artikel von Reifenberg in den Oppenheimer Heften 19/29, S. 129ff)..

Das Pfarrarchiv der Oppenheimer Katharinenkirche umfasst heute etwa 20 lfm. Es sind nur wenige Urkunden erhalten, von denen die älteste aus dem Jahr 1582 stammt. Außerdem gibt es ca. 25 Amtsbücher (gebundene Protokolle, Sachbücher und Reskriptenbücher). Den Schwerpunkt der Archivalien bilden Akten (überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert) und Rechnungen (hauptsächlich aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert). Die Suche erleichtert ein 1995 erstelltes Findbuch.

Außerdem befindet sich in den Archivräumen die Bibliothek des ehemaligen Katharinenmuseums, die zahlreiche Werke zur Geschichte der Kirche enthält, sowie eine Bild- und Plansammlung.

Wichtig ist, dass wie erwähnt die Kirchenbücher der Katharinenkirche und der Sebastianskirche für den Zeitraum bis 1796 nicht im Kirchenarchiv, sondern im Stadtarchiv sind (derzeit im Landesarchiv Speyer ausgelagert) Kopien hiervon befinden sich auch im Archiv des Oppenheimer Geschichtsvereins.

Die Kirchenbücher ab 1797 (Beisetzungen ab 1796, Konfirmanden ab 1798) befinden sich im Besitz der Kirchengemeinde.

Familienforscher werden gebeten, sich an das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau in Darmstadt zu wenden, da dort alle Kirchenbücher auf Mikrofilm vorhanden sind und somit problemlos und ohne die Archivalien zu beschädigen eingesehen werden können. Das Zentralarchiv verlangt von Ahnenforschern eine Gebühr von 2,50 Euro pro Stunde, eine telefonische Voranmeldung ist unbedingt erforderlich.

Zur Benutzung des Oppenheimer Archivs muss ein Termin mit der ehrenamtlichen Archivbetreuerin Dorothea Held vereinbart werden:

 

 

Dorothea Held

Burgstr. 4

55276 Oppenheim

06133 925401

       

 

 

 

 

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Michaelskapelle

 

Allgemeine Zeitung vom 26.11.2009:

Kraft der Stille spüren

25.11.2009 - OPPENHEIM

KUNSTWERK Neues Glasfenster für die "Totenlaterne" in der Michaelskapelle

Cornelius Staudt hat das Kleinod für die Kapelle in Oppenheim geschaffen.Foto:privat

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RAUM DER STILLE

 

Ein Engel für den Raum der Stille in der Katharinenkirche  

Denn er hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten  

Psalm 91,11

Viele Gäste besuchen unsere Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten und staunen über die wundervolle Architektur, die herrlichen Fenster, die prächtige Orgel. Einige gehen schauend umher. Manche nehmen Platz und genießen eine Zeit lang die Feierlichkeit des Raumes.

Dann finden sie den Raum der Stille. Ein kleiner Raum, der Rückzug ermöglicht. Weniger Hall als draußen, etwas Geborgenheit in der großen Kirche. Viele Menschen sind sehr nachdenklich, wenn sie in diesem Raum Platz nehmen, halten vielleicht Zwiesprache mit Gott, kommen einen Augenblick zur Ruhe, zu sich.

 

Schon lange wünscht sich der Kirchenvorstand eine Raumgestaltung, die diesen Rückzug unterstützt, die Ruhe schenkt und Spiritualität trägt.

Nun hat sich der Stadtkirchenbeirat der Frage angenommen und verschiedene Gestaltungsideen von Künstlerinnen und Künstlern entwickeln lassen. Der Kirchenvorstand ist das Entscheidungsgremium, das sich mit Denkmalpflege und Landeskirche ins Benehmen gesetzt hat. So wurde entschieden: In den Raum der Stille hält ein Engel Einzug.

 

Der Bronzeengel, der mit etwa 2,50 m dem Raum eine feierliche Stimmung geben wird und den Blick und die Seele durch eine Bewegung nach oben lenkt, strahlt durch sein kostbares, kraftvolles Material Energie und Unterstützung aus. Die Künstlerin ist die in Oppenheim ansässige Carmen Stahlschmidt. Als Finanzierungshilfe für den großen Engel und die weitere Raumgestaltung durch Lampen und Sitzmöbel entsteht eine limitierte Auflage kleiner Engel (ca. 45 cm hoch) zum Preis von je 580.- Euro.

Manuela Rimbach-Sator, Pfarrerin

 

Bitte richten Sie Ihre Bestellung an das Evangelische Pfarramt Bestellformular in Word oder als PDF-Datei

 

Im Rahmen einer Andachtsfeier am Samstag, 01. Dezember 2007 um 17.00 Uhr,  wurde der neugestaltete "Raum der Stille" eingeweiht

 

Presse:

Allgemeine Zeitung vom 03.12.2007 von Achim Schiff

 

Engel bringt Himmel nahe

Raum der Stille in Katharinenkirche


OPPENHEIM Georg Friedrich Händels Flötensonate und eine Bearbeitung von Johann Gottfried Walthers "Wachet auf, ruft uns die Stimme" umrahmten die feierliche Andacht im Westchor der Katharinenkirche zur Eröffnung des "Raums der Stille" durch den Kirchenbeirat.

Die ehemalige Sakristei wandelte sich zu einer kleinen, fast intimen Enklave der Besinnung. Die aus der Pfalz stammende, in Oppenheim wahlbeheimatete Künstlerin Carmen Stahlschmidt schuf eigens für die beeindruckende und doch bescheidene Nische des gotischen Sakralbaus eine Engelsskulptur, die mit Rauschgold-Kitsch ebenso wenig gemein hat wie mit heroischen Gesten. Der Kulturkritiker Walter Benjamin bedauerte schon in den 20er Jahren den "Verlust der Aura", welche "technische Reproduzierbarkeit" Kunstwerken antue. Stahlschmidts Bronzearbeit scheint den Intellektuellen Lügen zu strafen. Denn fraglos weiht dieser "Angelus Novus", den Benjamin sich für die Moderne wünschte, den Ort. Aura meint nämlich nicht das Erstarren angesichts überirdischer Herrlichkeit, sondern vielmehr "das vergessen Menschliche". Stahlschmidts keineswegs zentraler Engel, mit flüchtiger Geste dem Himmel nah, gestattet Besuchern die individuelle Zwiesprache mit Gott oder mit sich selbst. Die scheinbar tote Materie zeigt sich erfüllt von Transzendenz und animiert Gäste, Gebete oder Hoffnungen ins "nahe-liegende" Fürbittenbuch zu notieren oder auf dem vom Oppenheimer Architekten Wolfgang Röber entworfenen, vom gleichfalls ortsansässigen Meisterbetrieb Enno Willius verwirklichten Kerzentisch, nach mehr Licht zu greifen.

In enger Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Bauabteilung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau glückte das Unterfangen, den spätgotischen Sakralbau mit dieser Kapelle sinnvoll zu bereichern. Die nötige Investition von 8000 Euro ist bis auf einen Restbetrag durch Spenden und Kirchenmitteln bereits finanziert. Aus theologischer Sicht erinnerte Pfarrerin Manuela Rimbach-Sator an Engel, "die uns in Bewegung bringen" wie jene, die den Hirten zu Christi Geburt erschienen. Doch erwähnte sie auch ihre Aufgabe, "Leben am Ort des Todes" zu verkünden, wie von Jesu Grab berichtet wird.

Dietmar Gross, in Dienheim wirkender Künstler und Beiratsvorsitzender, lobte die Arbeit einer Bildhauerin, die nicht nur wegen des Formats "über sich hinausgewachsen" sei. Er freute sich insbesondere darüber, dass mit Carmen Stahlschmidt eine Oppenheimerin den überzeugendsten Entwurf eingereicht habe.

Vom Kirchenvorstadt hatte Dieter Graumann mit einer Lesung aus Psalm 55, eigentlich Erntedank verpflichtet, zur Andacht beigetragen, während Gregor Ziorkewicz ein Gebet formulierte, das den "neuen Raum der Stille" würdigte.

Die Oppenheimer Künstlerin Carmen Stahlschmidt schuf eigens für den "Raum der Stille" im Westchor der Katharinenkirche eine Engelsskulptur.Foto: hbz/ Kristina

aus...

 

 

Presse:

Wochenblatt Rheinhessen 17.08.2006   | Artikel: Rosemarie Löser    | Foto: Dietmar Gross

 

 

Ein Engel für den Raum der Stille

 

Zahlreiche Gäste möchten gerne außerhalb der Gottesdienste die Katharinenkirche besuchen, die Oppenheims Altstadt überragt und schon von weitem den Blick auf sich lenkt. Sie schlendern umher, um die wunderbare Architektur, die herrlichen Fenster und die neue Orgel zu bewundern. Andere wiederum suchen Ruhe, innere Einkehr oder wollen sich in ein stilles Gebet versenken.

Daher bestand schon lange von Seiten des Kirchenvorstandes der Wunsch, einen kleineren neben dem Westchor gelegenen Raum so auszugestalten, dass er Ruhe schenkt und Spiritualität ausstrahlt. Dieses Vorhaben erwies sich zunächst schwieriger als gedacht. Für verschiedene Architekten, deren Rat eingeholt wurde, stand bei der Beurteilung der räumlichen Gegebenheiten jeweils ein anderer Aspekt im Vordergrund.

Nun hat sich der Stadtkirchenbeirat, der sich um die künstlerischen und gestalterischen Belange rund um die Katharinenkirche kümmert, dieser Sache angenommen. Verschiedene Kunstschaffende aus der Region wurden um Ideen und Vorschläge gebeten. Die Oppenheimer Künstlerin Carmen Stahlschmidt reichte den Entwurf eines in Bronze gegossenen 2,50 m hohen Engels ein und es wurde beschlossen, dass er Einzug in den Raum der Stille halten und ihm das entsprechende Ambiente verleihen wird.

„Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen“, steht in Psalm 91, Vers 11 zu lesen.

Allein schon durch sein kostbares und kraftvolles Material strahlt er Energie und Unterstützung aus. Die ihm immanente Bewegung, ein großer Schwung nach oben, wird Blick und Seele ebenfalls in die Höhe lenken. Zudem lässt das Abstrakte der Figur verschiedene Assoziationen zu: Kummer und Trauer finden in ihm ebenso ein Sinnbild, wie  Zuversicht, Geborgenheit und Erlösung.

Als Finanzierungshilfe für die Figur und die Ausgestaltung des Raumes wird es eine limitierte Auflage von kleinen Engeln geben, die circa 45 cm hoch sind. Sie kosten 580 € und können beim Evangelischen Pfarramt in Oppenheim in der Merianstraße 6 oder beim Vorsitzenden des Stadtkirchenbeirats, dem Künstler Dietmar Gross unter der Telefonnummer 06133 / 3791 bestellt werden.

 

 

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WASSERSPEIER

 "Wasserspeier im Rauhreif"     | Foto:© Jutta Vogt

 

Wasserspeier am Ostchor der Katharinenkirche: Der Wal speit Jona wieder aus                | Foto: © Jutta Vogt

 

 

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